Martensteins Kritik: SPD-Politiker Stoch und die berühmte Entenpastete
Martenstein: Stochs Entenpastete als Symbol für Politikerverlust

Martensteins scharfe Analyse: Ein Satz geht in die Geschichte ein

Harald Martenstein, der bekannte Kolumnist der BILD, widmet sich in seiner täglichen Kolumne einem politischen Ereignis, das bereits jetzt historische Qualitäten zu entwickeln scheint. Im Fokus steht Andreas Stoch, ehemaliger Kultusminister in Baden-Württemberg und langjähriges Aushängeschild der SPD in diesem Bundesland.

Der politische Abstieg und ein unglücklicher Moment

Martenstein erinnert daran, dass Stoch 2021 als Spitzenkandidat der SPD in Baden-Württemberg lediglich 11 Prozent der Stimmen holte – ein klägliches Ergebnis im Vergleich zu den 33 Prozent, die die Ba-Wü-SPD noch im Jahr 2001 erreichte. Trotz dieser ernüchternden Bilanz setzte die Partei erneut auf Stoch, was bei der letzten Wahl zu einem weiteren Einbruch auf etwa 5 Prozent führte.

Doch ein einziger Satz könnte Andreas Stoch dauerhaft in die politische Geschichte eingehen lassen: „Eine schöne Entenpastete ist was Herrliches!“

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Der kontroverse Kontext: Tafel-Besuch und französische Delikatesse

Besonders pikant wird dieser Ausspruch durch den unmittelbaren Kontext. Stoch äußerte ihn direkt nach dem Besuch einer Tafel, wo gespendete Lebensmittel an Bedürftige verteilt werden. Anschließend wies er seinen Fahrer an, ihm im nahen Frankreich eben jene Entenpastete zu besorgen. Die Fernsehkamera lief, die Landtagswahl stand bevor – und Stoch schien das Problem seiner Aussage nicht zu erkennen.

Martenstein stellt fest: „Die Tafel hatte ihm Appetit gemacht.“ Eine ironische Feststellung, die den Kontrast zwischen sozialem Engagement und persönlichem Genuss verdeutlicht.

Historische Vergleiche: Von Mielke bis Brandt

Der Kolumnist zieht Parallelen zu anderen historischen Sätzen, die zum Symbol für politische Entwicklungen wurden:

  • „Ich liebe euch doch alle!“ von Stasi-Chef Erich Mielke für das Ende der SED-Diktatur
  • „Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!“ in der Barschel-Affäre
  • „Mehr Demokratie wagen“ von Willy Brandt

Nun, so Martenstein, könnte Stochs Entenpasteten-Satz zum Symbol für den Realitätsverlust vieler Politiker werden. „SPD, das heißt heute wohl: Mehr Entenpastete wagen“, spitzt er zu und ergänzt sarkastisch: „In der alten SPD hätte es vielleicht eher geheißen: Ich gebe Ihnen meine Entenpastete.“

Ein politisches Menü mit bitterem Nachgeschmack

Martensteins Kolumne endet mit einem trockenen „Guten Appetit“ – eine Aufforderung, die bei politischen Beobachtern sicherlich gemischte Gefühle auslösen wird. Die Analyse zeigt nicht nur einen einzelnen politischen Fehltritt auf, sondern wirft grundsätzliche Fragen nach der Wahrnehmung und Glaubwürdigkeit von Politikern in schwierigen sozialen Zeiten auf.

Die Entenpastete wird bei Andreas Stoch wohl noch lange nachhängen – nicht als kulinarische Erinnerung, sondern als politische Hypothek, die Martenstein mit spitzer Feder dokumentiert hat.

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