Merz zieht Bilanz: Regierung erhält Note „befriedigend“ nach erstem Amtsjahr
Ein Jahr nach der Bundestagswahl hat Bundeskanzler Friedrich Merz eine erste Bewertung der Arbeit seiner Regierung abgegeben. Bei der dpa-Chefredaktionskonferenz in Berlin erklärte der Regierungschef, er würde sein Kabinett als Ganzes mit der Schulnote 3 – also „befriedigend“ – bewerten, allerdings mit einem positiven Ausblick für die Zukunft.
Persönliche Note verweigert – Fokus auf Regierungsarbeit
Interessanterweise möchte Merz sich selbst keine Note für seine eigene Arbeit geben. „Sich selbst will der Kanzler keine Note für seine Arbeit geben“, betonte er während der Konferenz. Stattdessen konzentriert er sich auf die Bewertung der gesamten Regierungsmannschaft, die aus der schwarz-roten Koalition hervorgegangen ist.
Die Bundestagswahl, die zur Bildung dieser Koalition führte, jährt sich heute genau zum ersten Mal. Merz räumte ein, dass es in den ersten Monaten seiner Amtszeit durchaus Herausforderungen gegeben habe, sieht aber insgesamt eine positive Entwicklung.
Rückblick auf schwierige und erfreuliche Momente
Auf die Frage nach dem bisher schlimmsten Moment seiner Kanzlerschaft nannte Merz den verpatzten ersten Wahlgang bei der Kanzlerwahl am 6. Mai 2025. Diesen bezeichnete er als „am Anfang ein kleiner Ausrutscher“ – „aber auch mehr nicht“. Der Kanzler wurde schließlich im zweiten Wahlgang gewählt und konnte sein Amt antreten.
Als schönsten Moment nannte Merz das Ergebnis seiner Wiederwahl als CDU-Parteichef mit beeindruckenden 91,2 Prozent auf dem CDU-Parteitag am vergangenen Freitag. Dies sei eine „gute Bestätigung“ gewesen, über die er sich besonders gefreut habe.
Pragmatische Herangehensweise an Regierungsarbeit
Dennoch betonte der Bundeskanzler, dass er seine Arbeit nicht primär nach schönen oder schlechten Augenblicken beurteile. „Wir müssen unsere Arbeit machen und das ist anstrengend und herausfordernd, aber manche Dinge laufen auch ganz gut“, erklärte Merz mit typisch nüchternem Unterton.
Die Bewertung als „befriedigend mit positivem Ausblick“ deutet darauf hin, dass die Regierung aus Sicht des Kanzlers solide Arbeit leistet, aber durchaus noch Potenzial für Verbesserungen besteht. Besonders bemerkenswert ist die Differenzierung zwischen persönlicher Leistung und der Bewertung des gesamten Kabinetts – eine Unterscheidung, die Merz bewusst vornimmt.
Insgesamt zeigt die Bilanz nach einem Jahr eine Regierung, die aus Sicht ihres Chefs auf einem soliden Weg ist, aber noch nicht alle Erwartungen vollständig erfüllt hat. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der positive Ausblick sich in konkreten politischen Erfolgen niederschlagen wird.



