Die Bundesregierung wird Schloss Meseberg nach 20 Jahren als offizielles Gästehaus aufgeben. Der Vertrag mit der Messerschmitt-Stiftung als Vermieterin soll ab Februar 2027 auslaufen, wie Regierungssprecher Stefan Kornelius mitteilte. Grund sei die rückläufige Nutzung des Anwesens, das rund 70 Kilometer nördlich von Berlin liegt.
Die Entfernung zum Berliner Regierungsviertel habe sich als problematisch erwiesen. Zudem stünden die Betriebs- und Unterhaltskosten nicht mehr im angemessenen Verhältnis zum Nutzen. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Bewirtschaftungskosten auf rund eine Million Euro, die Personalkosten auf eine halbe Million Euro und die Kosten für die Bewachung durch die Bundespolizei auf 3,8 Millionen Euro.
Künftig sollen hochrangige Veranstaltungen an verschiedenen Orten oder in einem neuen Veranstaltungsbereich im Erweiterungsbau des Kanzleramts stattfinden, der voraussichtlich Ende 2028 fertiggestellt wird. Kanzler Friedrich Merz hatte bereits im Herbst zur ersten schwarz-roten Kabinettsklausur in die Villa Borsig am Tegeler See geladen.
Nico Zehmke, Amtsdirektor des Amtes Gransee, zeigte sich überrascht und bedauerte den Verlust staatlicher Präsenz in der Region. Er hoffe auf eine tragfähige Perspektive gemeinsam mit dem Land Brandenburg und dem Eigentümer. Die Messerschmitt-Stiftung hatte das Schloss 1995 gekauft und für 25 Millionen Euro saniert, bevor es die Bundesregierung ab 2004 als Gästehaus nutzte.



