AfD-Fraktion sucht 70 Mitarbeiter: Personalnot durch Stigmatisierung und Vetternwirtschaft
AfD sucht 70 Mitarbeiter - Personalnot und Vetternwirtschaft

Personalmangel bei der AfD: Über 70 Stellen im Bundestag unbesetzt

Die AfD-Bundestagsfraktion kämpft mit erheblichen Personalsorgen. Wie der Erste Parlamentarische Geschäftsführer Bernd Baumann (68) gegenüber BILD bestätigte, sind aktuell mehr als 70 Stellen in Teil- und Vollzeit bei den 151 Abgeordneten nicht besetzt. „Tatsache ist, dass es für die AfD nach wie vor nicht leicht ist, qualifizierte und vertrauenswürdige Mitarbeiter für ihre Fraktionen zu gewinnen“, räumte Baumann ein.

Stigmatisierung als Hauptgrund für Bewerbermangel

Als wesentlichen Grund für den akuten Personalmangel nannte der Fraktionsmanager die „jahrelange Stigmatisierung“ der Partei. Diese gesellschaftliche Ausgrenzung führe dazu, dass sich zu wenige qualifizierte Bewerber für eine Tätigkeit in der AfD-Fraktion entscheiden könnten. Die Situation zwingt die Rechtsaußen-Partei zu ungewöhnlichen Personalstrategien.

Familienmitglieder als Notlösung – rechtlich zulässig aber umstritten

Baumann verteidigte die Praxis, Angehörige von AfD-Abgeordneten einzustellen: „Wenn Angehörige von AfD-Abgeordneten qualifiziert sind, ist es deshalb völlig in Ordnung und rechtmäßig, auch aus diesem Kreis Personen einzustellen.“ Rechtlich sei dies nicht zu beanstanden, da die Parlamentsverwaltung entsprechende Arbeitsverträge nicht gerügt habe.

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Doch genau diese Praxis steht aktuell im Fokus der Kritik, besonders in Sachsen-Anhalt. Dort werden der AfD massive Vetternwirtschaft vorgeworfen. Politiker sollen reihenweise Verwandte als Mitarbeiter ihrer Parteikollegen untergebracht haben.

Konkreter Fall in Sachsen-Anhalt sorgt für interne Spannungen

Ein besonders prominenter Fall betrifft Andreas Siegmund (66), den Vater des AfD-Landeschefs Ulrich Siegmund (35). Er arbeitet im Bundestagsbüro des Abgeordneten Thomas Korell (42) und bezieht dafür ein Jahresgehalt von fast 100.000 Euro – finanziert aus Steuermitteln.

Diese Praxis sorgt für Unmut innerhalb der Partei. Selbst AfD-Chef Tino Chrupalla (50) äußerte bei „Miosga“ ein „Störgefühl“ angesichts der Vorgänge. Die Vorwürfe der Vetternwirtschaft belasten das ohnehin angespannte Verhältnis der AfD zu etablierten politischen Kreisen zusätzlich.

Strukturelles Problem mit politischen Konsequenzen

Die Personalnot der AfD-Fraktion offenbart ein strukturelles Problem der Partei:

  • Mangelnde Attraktivität als Arbeitgeber für qualifiziertes Personal
  • Abhängigkeit von familiären Netzwerken zur Stellenbesetzung
  • Rechtliche Grauzonen bei der Beschäftigung von Verwandten
  • Image-Schaden durch Vorwürfe der Vetternwirtschaft

Die Situation zeigt, wie sehr die gesellschaftliche Isolation der AfD ihre parlamentarische Arbeit beeinträchtigt. Während die Partei rechtlich korrekt handelt, wenn sie Familienmitglieder einstellt, untergräbt diese Praxis das Vertrauen in ihre politische Seriosität. Die Personalprobleme könnten sich damit zu einem zusätzlichen Hindernis für die politische Arbeit der Fraktion entwickeln.

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