Bundestagsanbau: Inbetriebnahme verzögert sich erneut - 13 Jahre Baustelle
Bundestagsanbau: Inbetriebnahme verzögert sich erneut

Bundestagsanbau: Inbetriebnahme verzögert sich erneut - 13 Jahre Baustelle

Seit über einem Jahrzehnt wartet der Bundestag auf die Inbetriebnahme eines Anbaus in Berlin, und nun gibt es eine weitere Verzögerung. Eigentlich sollte das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus nahe dem Parlament in rund drei Monaten von Abgeordneten und Mitarbeitern bezogen werden, doch die Nutzung wird sich wohl bis zum Sommer 2026 hinziehen. Diese erneute Verschiebung verlängert die schon lange andauernde Posse um den Bau, der seit Jahren nicht fertiggestellt werden kann.

Schreiben an Ältestenrat offenbart neue Probleme

In einem Schreiben an die Mitglieder der Kommission für Bau- und Raumangelegenheiten des Ältestenrats teilte der Vorsitzende Omid Nouripour mit, dass sich die Übergabe des Gebäudes erneut verzögert. Entgegen früherer Prognosen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) verschiebt sich der Einzugstermin vom Ende des ersten Quartals nun auf Ende Juni 2026. Das Bundesbauministerium arbeitet zwar mit Hochdruck daran, diesen Termin einzuhalten, doch eine Garantie wurde ausdrücklich nicht gegeben.

Technische Mängel und Koordinationsprobleme als Ursachen

Ursächlich für die erneute Verzögerung sind laut dem Schreiben vor allem unerreichte Meilensteine aus dem Jahr 2025 im Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung. Insbesondere bei den Umschalttests der Mittelspannung, den Brand- und Einbruchmeldeanlagen sowie den Entrauchungsanlagen kam es zu erheblichen Rückständen, die den aktuellen Zeitplan massiv belasten. Die Bundestagsverwaltung kritisiert, dass das Projekt unter einer unzureichenden strategischen Steuerung und fachlichen Koordination der Haustechnik durch das BBR leidet. Das Projektteam dort scheint an seine Kapazitätsgrenzen zu stoßen, was sich in mangelnder Qualitätssicherung bei Vorbegehungen, Testvorbereitungen und Dokumentationen widerspiegelt.

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Auswirkungen auf weitere Parlamentsvorhaben

Die weitere Verzögerung beeinträchtigt auch andere Vorhaben des Parlaments. Am Bezug der Abgeordnetenbüros im Erweiterungsbau hängen mehrere Umzugsketten im Zusammenhang mit notwendigen Sanierungen in Liegenschaften des Bundestags. Nouripour bezeichnete dies als eine enorme Belastung für den Gesetzgeber. Die Bauzeit hatte sich bereits zuvor unter anderem wegen einer undichten Bodenplatte des an der Spree gelegenen Anbaus verlängert. In den vergangenen Jahren musste zudem nach neuen gesetzlichen Vorgaben die Neuplanung und der Austausch der Energie- und Heiztechnik im Untergeschoss erfolgen. Ursprünglich sollte der Bau bereits 2014 dem Bundestag übergeben werden.

In seinem Brief merkte der Bundestagsvize-Präsident sarkastisch an, dass die Inbetriebnahme des Flughafens Berlin-Brandenburg sich insgesamt um neun Jahre verspätet habe, während der Bundestagsanbau nun im 13. Jahr in Verzug ist. Diese anhaltenden Probleme werfen Fragen nach der Effizienz der Bauverwaltung und der Verantwortung des Bauministeriums auf, das im gesamten Verfahren kaum in Erscheinung getreten ist.

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