Bis zu 8000 Euro im Monat: Klöckner sucht TikTok-Referenten mit Top-Gehalt
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (53) sucht aktuell einen TikTok-Referenten und lockt mit einem monatlichen Top-Gehalt von bis zu 8000 Euro, wie der Spiegel berichtet. Die Aufgabe des neuen Mitarbeiters soll darin bestehen, Klöckner zu einer Social-Media-Größe zu machen und junge Zielgruppen auf der Plattform zu erreichen.
Interner Unmut über Stellenausbau trotz Sparkurs
Im Parlament sorgt die Stellenausschreibung für erhebliche Unruhe. Während intern von rund 60 Stellen die Rede ist, die noch in diesem Jahr wegfallen sollen, baut der Präsidialbereich unter Klöckner aus. Fünf neue Stellen stehen der Bundestagspräsidentin zur Verfügung – obwohl bis 2029 sogar acht Prozent des Personals eingespart werden sollen und die Arbeit auf immer weniger Schultern verteilt wird. Für viele Abgeordnete und Mitarbeiter im Haus passt dieser Widerspruch nicht zusammen.
Klöckner als etablierte Social-Media-Marke
Julia Klöckner ist längst selbst eine professionelle Marke in den sozialen Medien. Auf Instagram, Facebook und anderen Plattformen inszeniert sie sich mit Hochglanz-Videos von Auslandsreisen und politischen Terminen. Ihr persönlicher Instagram-Account verzeichnet etwa 210.000 Follower, deutlich mehr als der offizielle Bundestags-Account mit rund 135.000 Abonnenten. Kritiker fragen sich daher, ob es bei der Social-Media-Strategie noch primär um die Darstellung parlamentarischer Arbeit geht oder zunehmend um die Inszenierung der Person Klöckner.
Kontroverse um TikTok-Engagement und Datenschutz
Besonders umstritten ist Klöckners Vorstoß in Richtung TikTok. Datenschützer warnen vor den Risiken der Plattform, und auch intern gibt es erhebliche Bedenken. Die Bundestagspräsidentin argumentiert jedoch, dass man junge Menschen dort erreichen müsse, wo sie sich informieren. Der neue Top-Referent soll genau dafür sorgen, indem er Inhalte produziert, Clips zuspitzt und Reichweite generiert.
Zusätzlichen Ärger gibt es, weil das bestehende Social-Media-Team bereits enger an Klöckners Umfeld angebunden wurde und unter der Führung eines engen Vertrauten steht. Viele im Bundestag beobachten deshalb genau, auf welchem Kanal die Bundestagspräsidentin künftig staatlich produzierte Inhalte veröffentlicht. Der Spagat ist heikel: Am Ende soll das Parlament im Mittelpunkt stehen – nicht die Präsidentin persönlich.



