Offener Brief an Sahra Wagenknecht: Martenstein hinterfragt Putin-Vertrauen
In seiner täglichen Kolumne für die BILD richtet sich der 72-jährige Journalist Harald Martenstein mit deutlichen Worten an die Politikerin Sahra Wagenknecht. Der Brief, datiert auf den 16. Februar 2026, beginnt mit einer scheinbaren Zustimmung: Ja, Sie haben Recht, schreibt Martenstein und bezieht sich auf Wagenknechts Forderung nach einer Neuauszählung der Bundestagswahl, bei der ihrer Partei BSW knapp der Einzug ins Parlament verwehrt blieb.
Kritik an der Russland-Position
Doch schnell wird der Ton schärfer. Martenstein stellt klar: Bei Russland und Putin aber liegen Sie meistens falsch. Er erinnert an den Tod des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny vor genau zwei Jahren und betont, dass dieser einer von vielen politischen Gegnern Putins sei, die liquidiert wurden. Der Vergleich mit der Stalin-Ära bleibt nicht aus.
Der Kolumnist zählt Hunderttausende Tote auf, die er Putin zuschreibt. Zwar hält er Gespräche mit dem russischen Präsidenten für unvermeidlich, warnt aber eindringlich: Es wäre dumm, ihm zu vertrauen.
Die Ukraine-Frage im Fokus
Besonders kritisch sieht Martenstein Wagenknechts Haltung zum Ukrainekrieg. Er fordert nach einem möglichen Kriegsende Sicherheitsgarantien für die Ukraine, da Putin sonst bei besserer Gelegenheit erneut angreifen könnte. Wagenknechts Aussage, Deutschland solle sich aus dem Konflikt heraushalten und die Waffenhilfe einstellen, interpretiert er als Aufforderung, die Ukraine Putin als Beute vor die Füße zu werfen.
Am Ende stellt Martenstein eine persönliche Frage: Sie, Frau Wagenknecht, vertrauen immer noch Väterchen Putin? Sein Fazit: Nein, das glaube ich nicht. Dazu sind Sie zu klug. Was ihr eigentliches Motiv sei, möchte der Kolumnist verstehen – und schließt mit Hochachtungsvoll Ihr Harald Martenstein.



