Handgreiflichkeiten im Promi-Zelt: SPD-Politiker liefern sich Oktoberfest-Rauferei
Was als fröhlicher Oktoberfest-Ausflug mit Fraktionskollegen und Familien geplant war, endete in einem handfesten Eklat zwischen zwei SPD-Bundestagsabgeordneten. Nach Informationen soll ein Wiesn-Besuch des konservativen SPD-Flügels Seeheimer Kreis im vergangenen Herbst völlig aus dem Ruder gelaufen sein und zu einer körperlichen Auseinandersetzung geführt haben.
Strategieklausur mit Wiesn-Besuch eskaliert
Ende September 2025 reiste der Seeheimer Kreis zu einer sogenannten Strategieklausur nach München, die auch einen Besuch auf dem Oktoberfest beinhaltete. Die Abgeordneten trafen sich in der exklusiven „Käfer-Wiesn-Schänke“, einem bekannten Promi-Zelt. Neben den SPD-Politikern feierten dort unter anderem Top-Model Heidi Klum und ihr Mann Tom Kaulitz am Anstich-Wochenende. Auch SPD-Chef und Finanzminister Lars Klingbeil war anwesend.
Die SPD-Bundestagsabgeordneten feierten in einer abgetrennten Box mit ihren Familien zu Schlagern und Partyhits. Doch während man auf das Essen wartete – eine Paulaner-Maß kostete 15,40 Euro, eine halbe Ente 45,50 Euro – kippte die Stimmung am Tisch dramatisch.
Essensverzögerung führt zum Eklat
Mehrere Abgeordnete berichten, dass dem Abgeordneten Uwe Schmidt (60) der Kragen geplatzt sei, weil aus seiner Sicht das Essen nicht schnell genug serviert wurde. Das Personal auf der Wiesn arbeitete zwar im Akkord, doch im Promi-Zelt waren die Wege am Anstich-Wochenende wegen des Star-Aufgebots und hoher Sicherheitsvorkehrungen stark verstopft. In den ohnehin engen Gängen standen Fotografen, Security der Stars und BKA-Beamte zum Schutz der mitgereisten Minister.
Dann wurde es laut: Schmidt soll Büromitarbeiter anderer Politiker nachdrücklich aufgefordert haben, beim Servieren mitzuhelfen. Sein Ton stieß anderen übel auf. Auch die Ehefrau des Abgeordneten Esra Limbacher (36) soll an der Diskussion beteiligt gewesen sein. Mehrere Quellen schildern, dass Schmidt sich Limbachers Frau gegenüber im Ton vergriffen habe. Was genau gesagt wurde, darüber gehen die Erzählungen auseinander.
Von Worten zu Taten: Die handfeste Auseinandersetzung
Daraufhin soll Esra Limbacher seiner Frau zur Seite gesprungen sein, und plötzlich wurde gerauft. Schmidt soll Limbacher am Kragen gepackt haben. Die rangelnden Abgeordneten wurden von Anwesenden getrennt. Die Rauferei der beiden SPD-Männer soll sogar die Aufmerksamkeit des BKA erregt haben. Die Sicherheitsbeamten verzichteten jedoch auf ein Eingreifen, weil die Politiker bereits getrennt waren und Vertreter des Seeheimer Kreises versicherten, die Situation unter Kontrolle zu haben.
Pikante Details und Nachwirkungen
Besonders pikant: Schmidt und Limbacher leiteten zu dieser Zeit gemeinsam den Seeheimer Kreis. Im Dezember schied Schmidt aus der Vorstandsriege des mächtigen Fraktionsflügels aus. In der SPD heißt es allerdings, der Rückzug habe nichts mit dem Vorfall auf dem Oktoberfest zu tun.
Nun wollen offenbar alle Beteiligten den Wiesn-Zoff möglichst vergessen machen. Auf Anfragen zu dem Zwischenfall ließen Schmidt, Limbacher, der Seeheimer Kreis und die Pressestelle der SPD-Bundestagsfraktion keine Antworten zu. Der Eklat bleibt damit ein ungelöstes Rätsel in den Reihen der Sozialdemokraten.



