Trauerstaatsakt für Rita Süssmuth: Merz würdigt CDU-Politikerin als unbequeme Vordenkerin
Trauerstaatsakt für Rita Süssmuth: Merz würdigt Vordenkerin

Deutschland nimmt Abschied von Rita Süssmuth: Trauerstaatsakt im Bundestag

Mit einem feierlichen Trauerstaatsakt haben die Spitzen des deutschen Staates am Dienstag Abschied von Rita Süssmuth genommen. Die frühere Bundestagspräsidentin und Bundesministerin war im Alter von 88 Jahren verstorben. Die Zeremonie im Bundestag brachte die politische Elite des Landes zusammen, um der bedeutenden CDU-Politikerin die letzte Ehre zu erweisen.

Merz würdigt Süssmuth als prägende Persönlichkeit

Bundeskanzler Friedrich Merz würdigte in seiner Trauerrede die verstorbene Politikerin als eine „Ausnahmepolitikerin“, die das Gesicht der Bundesrepublik nachhaltig geprägt habe. „Sie hat das Gesicht der Bundesrepublik geprägt: als erste Frauenministerin, als Bildungspolitikerin, als Gesundheitspolitikerin, als Bundestagspräsidentin, als Abgeordnete der CDU“, sagte Merz vor den versammelten Trauergästen. Der Kanzler betonte, dass Süssmuth in vielen Fragen ihrer Zeit voraus gewesen sei und die Geschichte ihr in den meisten Positionen recht gegeben habe.

Eine unbequeme Vordenkerin für ihre eigene Partei

Merz beschrieb die CDU-Politikerin als fachlich exzellent, beharrlich und streitbar in all ihren Ämtern. „Sie war ziemlich oft ziemlich unbequem – auch für meine Partei“, räumte der Kanzler und CDU-Vorsitzende ein. Besonders hob er ihre wegweisenden politischen Ansätze hervor:

  • Eine moderne Familienpolitik, die neue Maßstäbe setzte
  • Eine Arbeitsmarktpolitik, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärkte
  • Ihre bahnbrechende Aids-Politik, die gesellschaftliche Tabus durchbrach

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Von der Professorin zur Bundestagspräsidentin

Rita Süssmuths politische Karriere war bemerkenswert: Die Professorin für Erziehungswissenschaften kam als Seiteneinsteigerin in die Politik, als Bundeskanzler Helmut Kohl sie 1985 zur Bundesfamilienministerin berief. Obwohl sie damals weitgehend unbekannt war, wurde sie rasch populär und entwickelte sich zu einer der prägendsten Politikerinnen ihrer Zeit. Von 1987 bis 2002 gehörte sie dem Deutschen Bundestag an und führte dieses Parlament von 1988 bis 1998 als Präsidentin. Ihr modernes Familien- und Frauenbild war vielen in ihrer eigenen Partei weit voraus und sorgte regelmäßig für kontroverse Diskussionen innerhalb der CDU.

Der Trauerstaatsakt markierte den offiziellen Abschied des Staates von einer Politikerin, die über Parteigrenzen hinweg Respekt genoss und deren politisches Erbe bis heute nachwirkt. Die Würdigung durch Bundeskanzler Merz unterstrich die historische Bedeutung Süssmuths für die deutsche Nachkriegsgeschichte und ihre Rolle als Wegbereiterin gesellschaftlicher Modernisierung.

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