Neue Studie alarmiert: Webseiten ignorieren Cookie-Einstellungen
Viele Internetnutzer klicken täglich auf „Alles ablehnen“ und gehen davon aus, damit ihre Daten zu schützen. Doch eine aktuelle Analyse offenbart, dass dieses Vertrauen oft trügt. Große Technologiekonzerne scheinen die Nutzereinstellungen schlichtweg zu ignorieren. Trotz klarer Vorgaben durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sammeln zahlreiche Webseiten weiterhin Daten. Für die Nutzer entsteht so ein trügerisches Gefühl von Kontrolle über ihre Privatsphäre.
Massive Verstöße bei tausenden Webseiten
Die Firma webXray hat in den USA mehr als 7.000 populäre Internetseiten unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist alarmierend: 55 Prozent der untersuchten Seiten setzen Werbe-Cookies, obwohl die Nutzer diese explizit abgelehnt haben. Insgesamt wurden über 126.000 Cookies trotz eines Opt-outs gespeichert. Selbst Cookie-Banner, die eine Zertifizierung von Google tragen, verhindern den Angaben zufolge nicht, dass der Konzern weiterhin Daten erhebt. Damit könnten die Unternehmen gegen geltende Rechtsvorschriften verstoßen.
Konzerne zahlen lieber Strafen
Die möglichen Konsequenzen sind enorm. Allein im US-Bundesstaat Kalifornien könnten Strafen in Höhe von rund 5,8 Milliarden US-Dollar anfallen. Dennoch scheint dies viele Firmen nicht abzuschrecken. Google fiel mit 86 Prozent fehlerhaften Bannern besonders negativ auf und hat bereits 2,31 Milliarden US-Dollar an Strafen gezahlt.
Firmen widersprechen und EU bleibt streng
Die betroffenen Unternehmen weisen die Vorwürfe zurück. Google erklärte gegenüber dem Online-Magazin „404 Media“: „Der Bericht basiert auf einem fundamental falschen Verständnis davon, wie unser Produkt funktioniert.“ Meta spricht von einer Marketingmaßnahme, und Microsoft verweist auf notwendige Cookies für bestimmte Funktionen.
Und wie sieht es in der Europäischen Union aus? Hier gelten durch die DSGVO strengere Regeln. Nutzer können Verstöße leichter melden, und mehrere Beteiligte haften gemeinsam. Trotzdem zahlen auch hier große Konzerne regelmäßig Strafen. Ob Cookie-Banner tatsächlich schützen, bleibt daher fraglich.



