Debatte über Verteilung von Sondervermögen: Sorge vor Kostenexplosion im Straßenbau
Merseburg könnte ein Problem bekommen: Einen großen Teil des Geldes aus dem Sondervermögen möchte die Stadt für Straßensanierungen ausgeben. Doch der Iran-Krieg lässt die Kosten für Asphalt steigen. Im Rat wurde nun die Sorge laut, dass dies zulasten der neuen Schwimmhalle gehen könnte – die ebenfalls aus dem Sondervermögen finanziert werden soll.
Von Luise Mosig, 23.04.2026, 11:00 Uhr
Nicht wenige Straßen in Merseburg sind seit Jahren Huckelpisten. Die Stadt möchte einige von ihnen mit Geld aus dem Sondervermögen auf Vordermann bringen. (Symbolfoto: Rolf Vennenbernd/dpa)
Die Ausgangslage
Die Stadt Merseburg plant, in den nächsten Jahren mit Mitteln aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes mehrere Millionen Euro in ihre Straßen zu investieren. Doch was passiert, wenn die tatsächlichen Baukosten für die Straßensanierungen deutlich über den Schätzungen des zuständigen Straßen- und Grünflächenamtes liegen? Diese Frage beschäftigt derzeit die Kommunalpolitik.
Steigende Asphaltkosten durch den Iran-Krieg
Der anhaltende Iran-Krieg hat zu einem deutlichen Anstieg der Rohstoffpreise geführt, insbesondere bei Asphalt. Dies könnte die geplanten Straßensanierungen in Merseburg erheblich verteuern. Die Stadtverwaltung hatte in ihrer Vorplanung bestimmte Kosten angenommen, doch die aktuellen Marktentwicklungen machen eine Überschreitung wahrscheinlich.
Folgen für den Schwimmhallen-Neubau
Im Stadtrat wurde nun die Befürchtung geäußert, dass die Kostensteigerungen im Straßenbau zulasten des geplanten Neubaus einer Schwimmhalle gehen könnten. Auch dieses Projekt soll aus dem Sondervermögen finanziert werden. Sollten die Straßensanierungen mehr Geld verschlingen als geplant, könnte dies zu Verzögerungen oder sogar zu Kürzungen beim Schwimmhallenprojekt führen.
Politische Diskussionen
Die Diskussion um die Mittelverteilung ist in vollem Gange. Einige Ratsmitglieder fordern eine Neuberechnung der Kosten und eine Priorisierung der Projekte. Andere warnen davor, die Straßensanierungen zu vernachlässigen, da der Zustand vieler Straßen bereits jetzt kritisch sei. Die Entscheidung über die endgültige Verwendung der Gelder steht noch aus.



