Uckermark-IT-Experte Matthias Busch: „Ich hasse es, mich überall online anmelden zu müssen“
IT-Experte genervt: „Ich hasse Online-Anmeldungen überall“

Uckermark-IT-Experte Matthias Busch: „Ich hasse es, mich überall online anmelden zu müssen“

Matthias Busch (45) aus der Uckermark hat seit seiner Kindheit eine tiefe Leidenschaft für Computertechnik und die digitale Welt. Doch was einst als faszinierendes Hobby begann, weicht zunehmend einer ernüchternden Frustration. Der IT-Experte ärgert sich über den allgegenwärtigen Zwang, sich für nahezu jede Alltagshandlung online anmelden zu müssen – sei es für Arzttermine, die Kommunikation mit der Krankenkasse oder Bankgeschäfte.

Von der Computerliebe zur digitalen Ernüchterung

Bereits in der 5. Klasse verliebte sich Matthias Busch in Computer und investierte sein gesamtes Taschengeld, Weihnachtsgeschenke und Ferienarbeitsgeld in seinen ersten PC. „Dann kam der nächste und übernächste; so ging es über Jahre weiter“, erinnert er sich. Trotz des Unverständnisses von Eltern und Lehrern, die seine exzessive Zeit am Rechner kritisierten, war früh klar: „Es war klar, dass ich irgendwann in die IT muss.“ Jahrzehnte später arbeitet er tatsächlich in diesem Bereich, doch seine Bilanz fällt zwiespältig aus.

„Ich habe viele Trends mitgemacht, aber nicht alle“, erklärt Busch. Datenschutz und Datensparsamkeit waren ihm schon früh wichtig. Mit einem 2400-Baud-Modem und sechs Pfennig pro Einwahlminute verbrachte er seine Jugend online – in Chats von Radiosendern und Universitäten. „Ich habe meine Jugend online verbracht“, sagt er, und erzählt von einem Sommer im Straßenbau, in dem seine Internetkosten fast sein gesamtes Gehalt auffraßen.

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Die Schattenseiten der digitalen Welt

Bis heute liebt Matthias Busch Computer, Server, Spielkonsolen und moderne Infrastruktur. Doch er sieht auch die dunklen Seiten: „Ich kenne diese Geräte und kann mich online gut orientieren. Es ist mein Beruf, das nicht nur breit zu wissen, sondern ich bin damit aufgewachsen, es ist meine Welt. Es ist ein Teil von mir.“

Dennoch hasst er es, sich überall online anmelden zu müssen. „Mein Handy rauszuziehen. Eine App zu installieren. Ein Konto anzulegen. Es ist ein absolutes Unding“, empört er sich. Dabei denke er nicht nur an ältere Menschen, die mit der Technik überfordert sind, oder an finanziell Schwache, die sich keine neuen Geräte leisten können. Sein Frust zeigt, wie sehr ihn die Situation nervt.

App-Zwang im Alltag: Vom Supermarkt bis zur Schule

Matthias Busch listet auf, wo überall Apps und Registrierungen nötig sind: „Eine App für jeden Lebensmittelladen. Für die Krankenkasse. Für das Buchen von Arztterminen. Für die Bahn. Für das lokale Transportunternehmen. Für die Bank. Für die andere Bank. Für das Reisebüro. Für die Kommunikation mit der Schule der Kinder.“

Er kritisiert, dass viele Apps nichts anderes seien als „gespeicherte Webseiten“ oder Browser, die über Websites ebenso funktionieren würden. „Und überall muss man sich noch registrieren. Noch ein Passwort zum ‚Merken‘. Und natürlich noch ein Unternehmen mit einem Finger in meinen Daten ...“, fügt er an.

Freiwilligkeit adé – ein nüchternes Fazit

Abschließend betont Matthias Busch, dass er nicht grundsätzlich gegen Apps oder Online-Dienste sei. „Ich sage nicht, dass es nie Sinn mache oder dass es nicht manchmal Vorteile habe“, stellt er klar. Doch der entscheidende Punkt sei die Freiwilligkeit: „Aber es sollte immer freiwillig sein. Das ist es aber faktisch einfach nicht mehr. Wir werden von den Unternehmen und teilweise auch darüber hinaus quasi genötigt ...“

Sein nüchternes Fazit lautet: „Das ist Wahnsinn.“ Der IT-Experte aus der Uckermark fordert damit eine Rückbesinnung auf Wahlfreiheit in der digitalen Welt – bevor der Zwang zur Online-Anmeldung jeden Lebensbereich durchdringt.

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