Von WhatsApp zu Signal: Ein umfassender Leitfaden für den sicheren Messenger-Wechsel
Viele Menschen suchen nach Alternativen zu WhatsApp, um beim Chatten nicht das Gefühl zu haben, dass ein großer Konzern im Hintergrund mitliest oder mitverdient. Nach der Übernahme von WhatsApp durch Meta wenden sich immer mehr Nutzer datenschutzfreundlichen Optionen zu. Signal gilt dabei als besonders beliebt, da die App auf mehr Privatsphäre ausgelegt ist und sich trotzdem ähnlich bedienen lässt. In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über den Wechsel wissen müssen: Wer hinter Signal steckt, was Sie beim Umzug beachten sollten und welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten es zwischen Signal und WhatsApp gibt.
Wer steckt hinter Signal und wie sicher ist die App?
Signal wird von einer gemeinnützigen Stiftung aus den USA betrieben und finanziert sich ausschließlich über Spenden. Als Stiftung kann Signal nach aktuellem Stand nicht einfach an ein anderes Unternehmen verkauft werden, was eine Übernahme durch einen großen Tech-Konzern ausschließt. Bei der Sicherheit setzt Signal auf konsequenten Datenschutz: Nachrichten, Bilder, Videos, Dokumente und Kontaktinformationen sind verschlüsselt, der Quellcode ist öffentlich einsehbar, und die Betreiber können nicht auf Ihre Inhalte zugreifen. Zusätzlich können bestimmte Kontaktinformationen auf dem Server mit einer PIN abgesichert und wiederhergestellt werden, wobei Signal selbst keinen Zugriff darauf hat. Außerdem verschlüsselt Signal auch Dateien, die lokal auf Ihrem Smartphone gespeichert sind.
WhatsApp vs. Signal: Ähnlichkeiten und Unterschiede
Signal und WhatsApp ähneln sich im Alltag stark. Sie können auf Signal wie gewohnt chatten, Sprachnachrichten verschicken, telefonieren, Videoanrufe starten, und es gibt Sticker, GIFs sowie eine Story-Funktion. Die Benutzeroberfläche von Signal ist der von WhatsApp sehr ähnlich, sodass die Bedienung kein Hindernis darstellt. Unterschiede zeigen sich höchstens in kleinen Details: Signal wirkt insgesamt schlichter, und manche Elemente sind anders platziert. Wenn Sie zuvor WhatsApp genutzt haben, werden Sie sich in Signal schnell zurechtfinden.
Der größte Unterschied abseits der Benutzeroberfläche liegt im Datenschutz. Signal bietet zusätzliche Funktionen zum Schutz Ihrer Privatsphäre, wie einen Bildschirmschutz, um Chat-Vorschauen in der App-Übersicht zu verbergen, oder einen Timer für Nachrichten, die nur für eine bestimmte Zeit sichtbar sind. Für Android-Nutzer kommen weitere Optionen hinzu, etwa eine Screenshotsperre und eine Inkognito-Tastatur, um Eingaben nicht zu speichern. Darüber hinaus sammelt Signal im Gegensatz zu WhatsApp kaum Nutzerdaten auf seinen Servern. Bei WhatsApp werden viele Nutzungsdaten erfasst und mit dem Mutterkonzern Meta geteilt und ausgewertet, einschließlich Daten rund um Ihr Konto und Ihr Gerät.
Das müssen Sie zum Umzug von WhatsApp zu Signal wissen
Ein automatisierter Wechsel der Messenger mit automatischer Übertragung aller Daten ist nicht möglich. Ihre Chatverläufe können nicht einfach von WhatsApp auf Signal übertragen werden, Gruppen müssen Sie neu erstellen, und gespeicherte Sticker werden nicht mitgenommen. Ihre Daten auf WhatsApp gehen aber nicht zwangsläufig verloren: Wichtige Daten können Sie jederzeit sichern. Der Einstieg bei Signal funktioniert wie bei WhatsApp über Ihre Handynummer. Sie können Kontakte anschreiben, sofern diese Signal ebenfalls nutzen. Sinnvoll ist es, Freunde, Familie oder Kollegen vor dem Löschen von WhatsApp über den Wechsel zu informieren und sie zur Nutzung der App einzuladen.
So sichern Sie Ihre Daten bei WhatsApp
Medien wie Bilder, Videos und Dokumente speichert WhatsApp normalerweise automatisch auf dem Smartphone, solange Sie diese Standard-Option nicht abgeschaltet haben. Auf dem iPhone finden Sie die Fotos in der Foto-App im Album WhatsApp, bei Android in einer gleichnamigen Sammlung. Auch Chats können Sie außerhalb der App sichern, indem Sie diese exportieren. Die entsprechende Funktion finden Sie in den Einstellungen unter „Chats“. Wenn Sie irgendwann zu WhatsApp zurückkehren möchten, können Sie außerdem ein Backup anlegen, das mit Ihrem Account verknüpft ist. Diese Option finden Sie ebenfalls in den Einstellungen unter „Chats“.
So löschen Sie WhatsApp endgültig
Wenn Sie wirklich Schluss machen wollen, reicht es nicht, WhatsApp zu deinstallieren. Sie müssen zusätzlich den Account löschen. In der Android-App tippen Sie auf die drei Punkte, dann auf „Einstellungen“ und unter „Account“ auf „Account löschen“. Ähnlich funktioniert es auf Apple-Geräten: Dort müssen Sie in die Einstellungen zu „Konto“ und unten auf „Konto löschen“ drücken. Haben Sie Chat-Backups erstellt, verschwinden diese aber nicht automatisch aus der Cloud. Die Sicherungen liegen weiterhin separat in iCloud oder Google Drive. Sie sind an Ihre Telefonnummer gebunden und können bei einer späteren Neuinstallation mit derselben Nummer unter Umständen wiederhergestellt werden. Wenn Sie wirklich alles entfernen wollen, müssen Sie die Backups deshalb separat löschen.
Signal auf Smartphone, PC und Tablet einrichten
Signal laden Sie aus dem App Store oder Google Play Store auf Ihr Handy herunter. Nach dem Start tippen Sie auf „Weiter“, geben Ihre Telefonnummer ein und bestätigen Ihren Account mit einem Code, den Sie per SMS bekommen. Danach richten Sie Ihr Profil ein, optional mit Name und Profilbild, und vergeben eine PIN, die bei der Wiederherstellung und zum Schutz Ihres Kontos beiträgt. Den Zugriff auf Kontakte können Sie erlauben, er ist aber nicht zwingend nötig. Signal lässt sich auch am iPad sowie am PC oder Mac nutzen. Voraussetzung ist, dass Signal auf dem Smartphone eingerichtet und das Gerät online ist. Auf dem iPad installieren Sie Signal und koppeln anschließend in der Signal-App am Handy über Einstellungen das neue Gerät per QR-Code. Für PC und Mac folgen Sie der Anleitung auf der Signal-Website.



