Bayerns Innenminister enthüllt Details zu mutmaßlichem Weihnachtsmarkt-Anschlagsplan
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat im Landtag ausführlich über die mutmaßlichen Anschlagspläne auf einen Weihnachtsmarkt im Raum Dingolfing im Dezember 2025 berichtet. Die Ermittlungen zu diesem schwerwiegenden Vorfall in Niederbayern dauern weiterhin an, während neue Einzelheiten ans Licht kommen.
Verdächtige mit Lkw-Berufskraftfahrer-Visa
Drei der Tatverdächtigen im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Anschlagsplan sollten in Deutschland als Lkw-Berufskraftfahrer beschäftigt werden. Dies gab Innenminister Herrmann in seinem ausführlichen Bericht bekannt. Nach einem Hinweis auf mögliche Anschlagspläne mit einem Fahrzeug bestand daher erhöhte Besorgnis bei den Sicherheitsbehörden.
Die drei Marokkaner, die mit einem Visum zu Qualifizierungszwecken eingereist waren, wurden bereits im Januar in ihr Heimatland abgeschoben. Das Landesamt für Asyl erließ Ausweisungsverfügungen, verbunden mit Einreise- und Aufenthaltsverboten. Damit sollen die 30, 28 und 22 Jahre alten Männer langfristig aus dem Bundesgebiet sowie aus den übrigen Mitgliedsstaaten der EU und des Schengen-Raums ferngehalten werden.
Hintergründe der Tatverdächtigen
Der mutmaßliche Drahtzieher, ein 56-jähriger Ägypter, gegen den ein Haftbefehl vorlag, wurde im Januar gegen strenge Auflagen außer Vollzug gesetzt. Der Mann lebt seit 1995 in Deutschland und erhielt im Jahr 2002 eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis. Der Fortgang des aktuellen Ermittlungsverfahrens ist laut Minister Herrmann entscheidend für die Prüfung ausländerrechtlicher Maßnahmen.
Der fünfte Tatverdächtige, ein 37 Jahre alter Syrer, war in Präventivgewahrsam genommen worden, der Ende Dezember beendet wurde. Bemerkenswert ist, dass zu allen fünf Tatverdächtigen im Bundeszentralregister keine Eintragungen vorliegen. Sie waren zuvor noch nicht strafrechtlich auffällig geworden.
Festnahmen und mutmaßliches Motiv
Die fünf Männer waren am 12. Dezember festgenommen worden. Es bestand der Verdacht, dass sie einen Anschlag mit einem Fahrzeug auf einen Weihnachtsmarkt im Landkreis Dingolfing-Landau planten. Ziel soll gewesen sein, möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen, wie Innenminister Herrmann deutlich machte.
Durch die rechtzeitige Festnahme konnte eine konkrete Gefahr bereits in einem sehr frühen Stadium unterbunden werden. Den Erkenntnissen der Ermittler zufolge soll der ägyptische Verdächtige in einem privaten Gebetsraum zu dem Anschlag aufgerufen haben. Die drei jüngeren Männer sollen sich zur Tat bereiterklärt haben, während der syrische Verdächtige sie darin bestärkt haben soll. Die Ermittler gehen von einem islamistischen Motiv aus.
Die Sicherheitsbehörden bleiben in diesem Fall besonders wachsam, während die Ermittlungen gegen alle Tatverdächtigen weiterhin andauern. Die Enthüllungen des Innenministers unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen im Bereich der inneren Sicherheit.



