New York – Jeffrey Epsteins Bruder Mark Epstein hat den kürzlich von einem Gericht veröffentlichten Abschiedsbrief des verstorbenen Finanziers als Fälschung bezeichnet. In einem Gespräch mit „Business Insider“ äußerte er erhebliche Zweifel an der Authentizität des Dokuments. „Es wäre nicht schwer, einen professionellen Fälscher zu beauftragen, einen Brief zu fälschen“, erklärte Mark Epstein. „Das ist das verdammt einfachste Ding der Welt.“
Hintergrund des Falls
Jeffrey Epstein, ein verurteilter Sexualstraftäter, starb 2019 in einer Gefängniszelle in Manhattan. Offiziell wurde sein Tod als Suizid eingestuft. Der angebliche Abschiedsbrief soll nach einem Selbstmordversuch von seinem damaligen Zellengenossen Nicholas Tartaglione gefunden worden sein. Tartaglione hatte dies in einem Strafverfahren gegen ihn selbst vorgebracht. Die „New York Times“ beantragte die Freigabe des Dokuments, und ein Gericht entsiegelte es schließlich am Mittwoch.
Mark Epsteins Zweifel
Mark Epstein, der seit langem behauptet, sein Bruder sei ermordet worden, sieht in dem Brief eine Inszenierung. „Wer auch immer den Abschiedsbrief gefälscht hat, hat die ‚Stimme‘ meines Bruders aus den E-Mails in den Epstein-Akten übernommen, um ihn echt wirken zu lassen“, sagte er. „Sie ist allgemein bekannt und steht in den E-Mails. Also haben sie sie mir gestohlen, damit es so klingt, als wäre er es gewesen.“
Der Bruder betonte, dass die Notiz weder in den Akten des Justizministeriums noch in einem 128-seitigen Bericht des Generalinspekteurs enthalten war, der eine vierjährige Untersuchung zu Epsteins Tod abschloss. Sie tauchte erst im Rahmen des Verfahrens gegen Tartaglione wieder auf. „Ich weiß nicht, ob Tartaglione diesen Brief hatte. Ich bezweifle das. Ich bezweifle, dass er ihn gefunden hat“, fügte Mark Epstein hinzu. „Es gab keinen Selbstmordversuch, also gab es auch keinen Abschiedsbrief.“
Mordtheorie statt Suizid
Mark Epstein bleibt bei seiner Überzeugung: Die wahrscheinlichste Erklärung für den Tod seines Bruders sei ein Mord. Er vermutet, dass eine andere Person in der Nähe der Zelle, außerhalb des Kamerabereichs, Jeffrey Epstein getötet habe. Das Justizministerium halte die Vertuschung aufrecht, indem es den Tod nicht als Mordfall behandle. „Wenn er Selbstmord begehen wollte, muss er das niemandem erklären“, so Mark Epstein. Seiner Ansicht nach hätte sein Bruder keinen Abschiedsbrief verfasst, wenn er sich tatsächlich das Leben hätte nehmen wollen.
Die Debatte um die Umstände von Jeffrey Epsteins Tod reißt nicht ab. Während die Behörden weiterhin von Suizid ausgehen, nähren Mark Epsteins Aussagen die Zweifel vieler, die an eine Vertuschung glauben. Die Veröffentlichung des Abschiedsbriefs hat die Kontroverse erneut angefacht.



