Chaos in Manila: Ex-Polizeichef verschanzt sich im Senat – Schüsse gefallen
Ex-Polizeichef verschanzt sich im Senat – Schüsse in Manila

Chaos in Manila: Ex-Polizeichef verschanzt sich im Senat – Schüsse gefallen

Im Senatsgebäude der philippinischen Hauptstadt Manila sind am Mittwoch Schüsse gefallen. Der ehemalige Polizeichef und jetzige Senator Ronald Dela Rosa verschanzt sich dort seit Tagen, um einer Festnahme zu entgehen. Er wird vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht. Dela Rosa rief die Streitkräfte des Landes zur „friedlichen Unterstützung“ auf, um seine Auslieferung zu verhindern. Kurz darauf fielen Schüsse im Gebäude, wie die Nachrichtenagenturen Reuters und AP berichten.

Schüsse und Militäreinsatz

Augenzeugen berichteten von einem Einsatz von mehr als zehn Soldaten in Tarnkleidung und mit Sturmgewehren. Wer die Schüsse abfeuerte und warum das Militär anrückte, ist bislang unklar. Senatspräsident Alan Peter Cayetano, ein Verbündeter Dela Rosas, sagte in einem Livestream: „Wir werden attackiert.“ Er führte jedoch nicht aus, was er damit meinte. Senatssekretär Mark Llandro Mendoza gab an, dass bislang keine Verletzten gemeldet wurden. Die anwesenden Personen wurden aufgefordert, in Deckung zu gehen.

Hintergrund: Dela Rosas Rolle im Drogenkrieg

Ronald Dela Rosa war von 2016 bis 2018 Polizeichef der Philippinen und gilt als Architekt des umstrittenen Kampfes gegen die Drogenkriminalität unter Ex-Präsident Rodrigo Duterte. Der IStGH sucht ihn wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Unter Duterte wurden tausende mutmaßliche Drogenhändler und -süchtige getötet, oft ohne gerichtliche Verfahren. Menschenrechtsgruppen kritisieren, dass besonders arme Bevölkerungsgruppen ins Visier genommen wurden.

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Dela Rosas Appell an das Militär

Am Mittwoch richtete Dela Rosa vor Journalisten einen Appell an die Streitkräfte: Er fordere die „Kameraden in Uniform“ auf, ihre Meinung zu äußern, damit die Regierung unter Präsident Ferdinand Marcos ihn nicht an „Ausländer“ ausliefere. Die neue Senatsführung erklärte, sie werde eine Festnahme Dela Rosas nur zulassen, wenn ein philippinisches Gericht sie anordne. Vor dem Senatsgebäude standen sich rund 500 Polizisten und 250 Demonstranten gegenüber, die die Auslieferung Dela Rosas forderten.

Internationale Dimension

Ex-Präsident Duterte war im März 2025 in Manila festgenommen und an den IStGH in Den Haag überstellt worden. Obwohl die Philippinen 2019 auf Dutertes Anweisung aus dem IStGH ausgetreten waren, entschied das Gericht, dass es für Verbrechen bis 2019 zuständig sei. Dela Rosa war seit November nicht mehr öffentlich aufgetreten, tauchte aber am Montag unerwartet im Senat auf und verließ das Gebäude seither nicht mehr. Er nahm an einer Senatsabstimmung teil, mit der Duterte-Anhänger die Kontrolle über die Parlamentskammer erlangten.

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