Frankfurt plant neues Rückführungszentrum: Doppelte Abschiebekapazität ab 2027
Am Frankfurter Flughafen, dem größten Airport Deutschlands, wird ein neues Rückführungszentrum errichtet, das die Kapazitäten für Abschiebungen deutlich erhöhen soll. Wie die Bundespolizei exklusiv bestätigte, wird die Einrichtung spätestens Anfang 2027 in Betrieb genommen. Das Zentrum ist Teil des Flughafengeländes und wird vom Bund angemietet, um abgelehnte Asylsuchende, Intensivstraftäter und Personen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis effizienter zurückzuführen.
Doppelte Kapazität und verbesserte Struktur
Jörg Martienßen, Sprecher der Bundespolizei am Flughafen Frankfurt, erklärte gegenüber Medien: „Das neue Rückführungszentrum verfügt über eine direkte Anbindung zum Vorfeldbereich und bietet deutlich erweiterte Kapazitäten.“ Konkret bedeutet dies, dass statt bisher 50 Personen täglich künftig bis zu 100 Menschen auf dem Luftweg in ihre Herkunftsländer zurückgebracht werden können. Martienßen betonte, dass Rückführungen dadurch strukturierter, effizienter und individueller umgesetzt werden, wobei Professionalität und Differenzierung, etwa bei Familien oder Straftätern, im Vordergrund stehen.
Abseits des regulären Flughafenbetriebs
Ein zentraler Vorteil des neuen Zentrums liegt laut Martienßen in seiner Lage: „Rückführungsmaßnahmen können abseits des regulären Tagesgeschäfts am Flughafen stattfinden. Dies dient sowohl dem Schutz der betroffenen Personen als auch der Entlastung des öffentlichen Flughafenbetriebs.“ Das bestehende Terminal 2, das aktuell für Rückführungen genutzt wird, soll Mitte des Jahres für Sanierungsarbeiten geschlossen werden und in einigen Jahren wiedereröffnet werden. Die Entscheidung für das neue Abschiebezentrum fiel jedoch unabhängig von diesen Arbeiten.
Konsequenter Schritt gegen Herausforderungen
Martienßen bezeichnete das neue Zentrum als „einen konsequenter und notwendiger Schritt“, um den bestehenden Herausforderungen im Bereich Migration strukturiert zu begegnen. Der Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten sei deutlich, und das Zentrum solle die Weichen für eine zukunftsfähige Ausrichtung stellen. Aus rechtlichen Gründen wurden jedoch keine Angaben zu den Kosten des Projekts gemacht.
Ähnliche Pläne am Münchener Flughafen
Nicht nur in Frankfurt, sondern auch am Münchener Flughafen sind ähnliche Pläne im Gange. Dort soll bis 2028 ein eigenes Abschiebe-Terminal mit einer Kapazität von 100 Plätzen pro Tag entstehen. Kritik daran kam unter anderem vom Bayerischen Flüchtlingsrat, der befürchtet, dass München künftig als bundes- oder sogar EU-weite Abschiebe-Drehscheibe fungieren könnte. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Bundesregierung und Behörden verstärkt auf effiziente Rückführungslösungen setzen, um mit den anhaltenden Migrationsströmen umzugehen.
Insgesamt markiert das neue Rückführungszentrum in Frankfurt einen bedeutenden Schritt in der deutschen Migrationspolitik, mit dem Ziel, Abschiebungen effizienter und diskreter durchzuführen, während gleichzeitig der reguläre Flughafenbetrieb entlastet wird.



