Seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar hat die Regierung in Teheran den Zugang zum weltweiten Internet weitgehend gesperrt. Die rund 90 Millionen Iraner sind nunmehr den 70. Tag in Folge vom globalen Netz abgeschnitten. Die Sperre halte bereits seit 1.656 Stunden an, teilte die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks auf der Plattform X mit.
Eingeschränktes internes Netzwerk
Die Bevölkerung kann seither nur auf ein eingeschränktes internes Netzwerk zugreifen, in dem ausschließlich staatlich genehmigte Inhalte zur Verfügung stehen. Für viele Iraner sind lokale Apps die einzige Möglichkeit zur internetbasierten Kommunikation. Regierungsstellen drängen ihre Angestellten mittlerweile dazu, diese lokalen Alternativen für Arbeitszwecke zu installieren. Häufig bieten sie die einzige Möglichkeit für Kontakt zu Angehörigen im Ausland.
Misstrauen gegenüber lokalen Angeboten
Viele Menschen misstrauen diesen iranischen Apps jedoch aus Angst vor Überwachung. Ein kleiner Teil des Militär- und Machtapparats nutzt hingegen das globale Internet ohne Einschränkungen. Auch iranische Medien publizieren ihre Nachrichten auf Telegram und X – also auf Portalen, die eigentlich gesperrt sind.
Die anhaltende Internetsperre hat weitreichende Folgen für die iranische Gesellschaft. Wirtschaft, Bildung und soziale Kontakte leiden unter der Isolation. Experten befürchten, dass die Sperre die Abhängigkeit von staatlich kontrollierten Diensten verstärkt und die digitale Zivilgesellschaft weiter schwächt.



