Iran rekrutiert „Wegwerf-Agenten“ für Anschläge in Deutschland
Iran rekrutiert „Wegwerf-Agenten“ für Anschläge

Die vom Iran ausgehende Bedrohung durch Anschläge und Spionage in Deutschland hat seit dem Beginn des Krieges mit den USA deutlich zugenommen. Sicherheitsexperten erklärten gegenüber Reuters am Freitag, dass sowohl die Zahl konkreter Bedrohungen als auch die Planungen für Anschläge gestiegen seien. Teheran greife verstärkt auf Strukturen der Organisierten Kriminalität (OK) in Deutschland zurück. Diese würden häufig rekrutiert, wenn sie sich im Iran aufhielten, wo sie vor dem Zugriff europäischer Behörden geschützt seien.

Vereitelte Anschlagspläne

Laut einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ haben deutsche Behörden seit Kriegsbeginn mehr als ein Dutzend iranisch gesteuerter Anschlagspläne vereitelt, wie das Magazin unter Berufung auf europäische Geheimdienste schreibt. Nach Einschätzung des SPD-Politikers Daniel Baldy (31) hat sich die Lage zuletzt zugespitzt. Der Innenexperte, der dem Parlamentarischen Kontrollgremium angehört, erklärte gegenüber Reuters, der Iran nutze seit Jahren bestehende OK-Strukturen, etwa im Rocker-Umfeld. Neu sei jedoch die Rekrutierung sogenannter „Wegwerf-Agenten“.

Rekrutierung über soziale Netzwerke

Dabei würden junge Täter gezielt über soziale Netzwerke angesprochen und für vergleichsweise geringe Beträge angeworben. „Das verschärft die schon hohe Gefährdungslage weiter für jüdische, israelische oder US-amerikanische Einrichtungen und Bürger in Deutschland“, erklärte der SPD-Politiker. Das Bundesamt für Verfassungsschutz berichtet, dass vor allem Mitglieder und Unterstützer der iranischen Auslandsopposition im Fokus iranischer Dienste stehen. Hauptakteur sei das iranische Geheimdienstministerium MOIS, dessen Kernaufgabe die Ausspähung und Bekämpfung oppositioneller Bewegungen im In- und Ausland sei, auch durch Staatsterrorismus.

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Parallel agierende Einheiten

Parallel dazu agieren die Revolutionsgarden mit ihrer Al-Kuds-Einheit in Deutschland, häufig unter Einbindung sogenannter Proxys. Zudem würden iranische Nachrichtendienste gezielt Kundgebungen beobachten, um Oppositionelle auszuspähen. Mit besonderer Sorge blicken die Behörden auf die pro-iranische Gruppierung „Harakat Aschab al-Yamin al-Islamiya“ (HAYI). Hinter ihr wird ein Netzwerk aus dem irakisch-schiitischen Milieu vermutet. Seit März 2026 hat sich die Gruppe zu mehreren Brandanschlägen auf jüdische und US-amerikanische Einrichtungen in den Benelux-Staaten und in Großbritannien bekannt.

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