Königin Silvia: Kinderschutz ist Prüfstein für Gesellschaft
Königin Silvia: Kinderschutz als Prüfstein

Schwedens Königin Silvia (82) hat sich auf einer Fachtagung in Berlin für einen besseren Schutz von Kindern eingesetzt, die Gewalt erleben. „Seit vielen Jahrzehnten begegne ich Kindern, deren Rechte verletzt wurden – oft im Verborgenen, oft zu lange“, sagte sie bei einem Besuch ihrer World Childhood Foundation in der deutschen Hauptstadt.

Prägende Begegnungen

„Diese Begegnungen haben mein Leben geprägt“, erklärte die Königin in einer auf Deutsch gehaltenen Ansprache. „Sie haben mich gelehrt, dass Kinderschutz kein Randthema ist, sondern ein Prüfstein für den Zustand der Gesellschaft, in der wir leben, und auch unserer rechtsstaatlichen Strukturen.“

Die Dunkelziffer der betroffenen Kinder ist enorm. Nach Einschätzung von Astrid Helling-Bakki, Vorständin der Stiftung in Deutschland, bleiben neun von zehn Fällen unentdeckt. Zu den Gewalterfahrungen zählen körperliche Übergriffe, sexualisierte Gewalt und emotionaler Missbrauch.

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Fachtagung zur Verbesserung des Kinderschutzes

Bei der Fachtagung stand die Frage im Mittelpunkt, wie der Kinderschutz verbessert werden kann. Ein zentrales Problem ist, dass trotz kleinteiliger Strukturen sichergestellt werden muss, dass etwa Trainer im Sportverein oder Klassenlehrer wissen, wie sie bei Verdachtsfällen richtig reagieren.

Die in Heidelberg geborene Königin, die einen Großteil ihrer Kindheit in São Paulo verbrachte und in Düsseldorf Abitur machte, gründete 1999 die World Childhood Foundation. Seither setzt sie sich unermüdlich für Kinderrechte ein.

Langfristiges Handeln gefordert

Der Runde Tisch folge den Leitfragen, was wirke, was es koste und wie man maximale Wirkung bei begrenzten Ressourcen erziele, sagte die Königin. Diese Fragen dürfe man nicht durch die kurzsichtige Brille eines Haushaltsjahres oder einer Legislaturperiode betrachten, sondern es brauche langfristig ein stabiles Fundament. „Denn wir schulden Kindern nicht nur Mitgefühl, sondern wirksames verantwortungsvolles Handeln“, betonte sie.

Weitere Stimmen zum Kinderschutz

Auch Elke Büdenbender, die Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, mahnte, dass sexueller Kindesmissbrauch kein Randphänomen sei. Es könne nicht sein, dass Kinder in ihren eigenen Familien nicht sicher und geborgen seien. Man müsse das Thema ressortübergreifend angehen und davon wegkommen, Menschen als Opfer zu stigmatisieren.

Büdenbender warnte zudem vor den Gefahren von Internet und Social Media. Ähnlich äußerte sich die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus: „Digitale Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, das ist eine alltägliche Lebensrealität.“

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