Nordkorea verankert atomaren Vergeltungsschlag bei Kims Tod in Verfassung
Nordkorea: Atomare Vergeltung bei Kims Tod in Verfassung

Nordkorea verankert atomaren Vergeltungsschlag bei Kims Tod in Verfassung

Nordkorea hat seine Verfassung geändert, um die automatische Auslösung eines Nuklearangriffs für den Fall eines Attentats auf Machthaber Kim Jong-un oder dessen Handlungsunfähigkeit zu garantieren. Diese Maßnahme erhöht die Abschreckung und zeigt, dass Pjöngjang aus den jüngsten Ereignissen im Iran gelernt hat.

Hintergrund der Verfassungsänderung

Bereits im März 2026 wurde über die geänderte Verfassung in Pjöngjang abgestimmt. Ein wesentlicher Punkt ist die Pflicht des Militärs, einen atomaren Vergeltungsschlag auszuführen, falls Kim von einem ausländischen Gegner ermordet wird oder nach einem Angriff handlungsunfähig ist. Dies berichtet die britische Zeitung „The Telegraph“. In dem überarbeiteten Artikel 3 des Gesetzes heißt es nun: „Wenn das Führungs- und Kontrollsystem über die Nuklearstreitkräfte des Staates durch Angriffe feindlicher Streitkräfte gefährdet ist, wird automatisch und unverzüglich ein Nuklearschlag eingeleitet.“

Einfluss des Iran-Angriffs

Andrei Lankov, Professor für Geschichte und Internationale Beziehungen an der Kookmin-Universität in Seoul, erklärte dazu: „Das mag schon vorher gängige Praxis gewesen sein, aber es hat jetzt, da es in der Verfassung verankert ist, an Bedeutung gewonnen.“ Anlass für die Verfassungsänderung könnte der Angriff auf den Iran und die Tötung des obersten Führers Ali Chamenei sowie vieler seiner engsten Berater gewesen sein. „Der Iran war der Weckruf. Nordkorea hat die bemerkenswerte Effizienz der US-israelischen Enthauptungsangriffe gesehen, die den größten Teil der iranischen Führung umgehend eliminierten, und sie müssen jetzt entsetzt sein“, so Lankov.

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Weitere Änderungen

Eine weitere Änderung in der Verfassung betrifft das Verhältnis zu Südkorea. Passagen zu einer Wiedervereinigung mit dem Nachbarstaat wurden Medienberichten zufolge gestrichen. Kim festigte auch seine eigene Position: In seiner Funktion als Vorsitzender der Kommission für Staatsangelegenheiten wird er in der neuen Verfassung nun offiziell als Staatsoberhaupt mit alleiniger Befehlsgewalt über die Atomstreitkräfte bezeichnet. Zuvor war dieses Amt umschrieben worden als der oberste Führer, der den Staat repräsentiert.

Nordkorea verfügt Schätzungen zufolge über bis zu 60 nukleare Sprengköpfe und rund 2000 Kilogramm hochangereichertes Uran. Die neue Verfassungsklausel unterstreicht die Entschlossenheit des Regimes, seine atomare Abschreckung zu festigen und potenzielle Angreifer abzuschrecken.

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