Putins Begnadigungspolitik: Dreifach-Mörder erneut frei – Verdacht auf vierten Mord
Putins Begnadigung: Mörder erneut frei – Verdacht auf vierten Mord

Putins umstrittene Kriegsbegnadigung: Dreifach-Mörder zweimal freigelassen

Kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine traf Kremlherrscher Wladimir Putin (73) eine folgenschwere Entscheidung: Verurteilte Straftäter können begnadigt werden, wenn sie sich freiwillig zum Kampfeinsatz an der Front melden. Diese umstrittene Politik hat nun einen besonders grausamen Fall ans Licht gebracht.

Vom Mörder zum Soldaten – und zurück zum Mörder

Viktor Savvinov, ein Mann aus der russischen Teilrepublik Jakutien, wurde im Jahr 2020 wegen Mordes an einer Frau zu elf Jahren Haft verurteilt. Als Russland 2022 die Ukraine überfiel, meldete sich Savvinov aus der Strafkolonie freiwillig für den Kriegseinsatz und kam so auf freien Fuß.

Doch statt sich zu rehabilitieren, kehrte der Verurteilte 2024 in seine Heimat zurück und ermordete innerhalb kurzer Zeit zwei weitere Menschen: zunächst einen 34-jährigen Trinkkumpanen, anschließend die 64-jährige Witwe seines Onkels, eine pensionierte Lehrerin. Für diese beiden Taten verurteilte ihn der Oberste Gerichtshof der Republik Jakutien zu 20 Jahren Haft.

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Begnadigung trotz Dreifach-Mord

Erstaunlicherweise wurde Savvinov bereits neun Monate nach seiner Verurteilung erneut freigelassen. Gemäß Artikel 80.2 des russischen Strafgesetzbuches wurde seine Haftstrafe ausgesetzt, nachdem er einen Vertrag für den Militärdienst in den Streitkräften der Russischen Föderation unterzeichnet hatte. Er wurde an Vertreter des Verteidigungsministeriums übergeben und kehrte an die Front zurück.

Diese Praxis der Kriegsbegnadigung hat in Russland bereits zahlreiche verurteilte Gewalttäter zurück in die Gesellschaft gebracht – mit teilweise katastrophalen Folgen für die öffentliche Sicherheit.

Flucht und neuer Mordverdacht

Die Geschichte nahm eine weitere dramatische Wendung, als Savvinov im September 2025 als Verwundeter in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Von dort desertierte er und floh zunächst in ein Dorf etwa 20 Kilometer von seiner Heimatgemeinde entfernt, bevor er sich in die 860 Kilometer entfernte Hauptstadt Jakutsk absetzte.

Wie das Nachrichtenportal „SakhaDay“ berichtet, wurde der Dreifach-Mörder am vergangenen Sonntag in Jakutsk festgenommen. Er steht nun unter dringendem Verdacht, während seiner Flucht einen vierten Mord begangen zu haben. Die Tochter der ermordeten Witwe hatte zuvor Reportern gegenüber bestätigt, dass Savvinov nach seiner Desertion untergetaucht war.

Kritik an Putins Justizpolitik

Dieser Fall wirft ernste Fragen zur russischen Justizpolitik unter Wladimir Putin auf. Die Praxis, verurteilte Mörder und andere Gewalttäter für den Kriegseinsatz zu begnadigen, gefährdet nicht nur die ukrainische Zivilbevölkerung, sondern auch die russische Gesellschaft selbst.

Experten warnen seit Langem vor den Konsequenzen dieser Politik. Durch die Freilassung schwerstkrimineller Straftäter entsteht eine gefährliche Mischung aus traumatisierten Kriegsteilnehmern und bereits vorbestraften Gewalttätern – eine explosive Kombination für die innere Sicherheit Russlands.

Der Fall Savvinov zeigt in besonders drastischer Weise, wie Putins Kriegsführung nicht nur internationales Recht bricht, sondern auch die eigene Bevölkerung gefährdet. Während der Kreml weiterhin auf die Rekrutierung von Straftätern setzt, mehren sich die Berichte über ähnliche Vorfälle in verschiedenen Regionen Russlands.

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