In Mecklenburg-Vorpommern haben erneut zahlreiche Streitigkeiten zwischen Nachbarn zu Zivilverfahren an den Amtsgerichten geführt. Wie das Justizministerium in Schwerin mitteilte, wurden im vergangenen Jahr insgesamt 100 Nachbarschaftsstreitigkeiten an den zehn Amtsgerichten des Landes erledigt. Im Jahr zuvor waren es mit 105 Verfahren noch etwas mehr gewesen.
Rückgang der Verfahren im Vergleich zum Vorjahr
Insgesamt wurden an den Amtsgerichten in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr rund 10.850 Zivilverfahren abgeschlossen. Das waren etwa 120 mehr als im Jahr 2024, als rund 10.730 Verfahren erledigt wurden. Die Zahl der Nachbarschaftsstreitigkeiten ist damit leicht rückläufig, während die Gesamtzahl der Zivilverfahren leicht gestiegen ist.
Justizministerin sieht friedliches Zusammenleben
Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Linke) äußerte sich positiv über die Entwicklung: „Das Zusammenleben in der Nachbarschaft ist offensichtlich weiterhin friedlicher, als so manches Gefühl erahnen lässt. Auch wenn wir in vielen Situationen meinen, dass der Ton rauer geworden ist, so spiegelt sich das nicht in Nachbarschaftsstreitigkeiten wider.“ Sie betonte, dass die meisten Konflikte offenbar ohne gerichtliche Auseinandersetzung gelöst werden.
Appell an Dialog und Schlichtung
Die Ministerin appellierte an die Bürger, bei Streitigkeiten zunächst das Gespräch zu suchen. Ein Gerichtsurteil könne die Probleme in der Nachbarschaft oft nicht nachhaltig lösen. Großen Anteil am friedlichen Miteinander hätten die ehrenamtlichen Schlichterinnen und Schlichter. „Den rund 220 Schiedsleuten in den 119 Schiedsstellen der Kommunen gilt dabei großer Dank. Gerade wurden am Amtsgericht Rostock acht neue ehrenamtliche Schiedsleute verpflichtet“, so Bernhardt.
Die Amtsgerichte in Mecklenburg-Vorpommern befinden sich in Neubrandenburg, Pasewalk, Waren, Güstrow, Rostock, Ludwigslust, Schwerin, Wismar, Greifswald und Stralsund. Sie sind für die erstinstanzliche Bearbeitung von Zivil- und Strafverfahren zuständig.



