Block-Entführungsprozess: Verteidiger spricht von "zusammengewürfeltem Haufen"
Block-Entführung: Team war "zusammengewürfelter Haufen"

Block-Entführungsprozess: Verteidiger schildert "zusammengewürfelten Haufen"

Im Landgericht Hamburg bestimmt weiterhin die Frage den Prozessverlauf, ob sich die angeklagte Unternehmerin Christina Block kurz vor der gewaltsamen Rückholung ihrer jüngsten Kinder mit maskierten Entführern in einem Hotel getroffen hat. Der Verteidiger eines angeklagten Israelis, Sascha Böttner, bekräftigte in seiner Aussage, dass dieses Treffen am 28. Dezember tatsächlich stattgefunden habe. Böttner beschrieb das beteiligte Team dabei als "einen zusammengewürfelten Haufen", der keine persönlichen Beziehungen zum Chef des israelischen Sicherheitsunternehmens unterhalten habe.

Verteidiger betont Verifizierungsabsicht der Entführer

Laut den Ausführungen des Verteidigers ging es den Männern primär darum, "zu verifizieren, dass der Auftrag von der Kindesmutter erteilt wird". Die Maskierung der Beteiligten sollte nach Ansicht von Böttner ein professionelles Auftreten vermitteln. Sein Mandant, ein 36-jähriger Israeli, sei fest davon überzeugt gewesen, dass es sich bei der Aktion um eine "Rettungsmission" handele. Diese Darstellung steht im deutlichen Kontrast zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft, die Christina Block beschuldigt, einer israelischen Sicherheitsfirma den Auftrag zur Entführung ihrer Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gegeben zu haben.

Widersprüchliche Aussagen zum Hotel-Treffen

Am vorherigen Verhandlungstag hatte der Verteidiger von Christina Block, Anwalt Ingo Bott, die Existenz eines solchen Treffens kategorisch bestritten. Bott bezeichnete die Behauptung, seine Mandantin könne irgendetwas von den Plänen gewusst haben, als "abwegig". Diese gegensätzlichen Positionen prägen den Prozess, der sich um den erbitterten Sorgerechtsstreit zwischen Christina Block und ihrem Ex-Mann Stephan Hensel dreht. Die beiden jüngsten Kinder des Paares leben seit 2021 beim Vater in Dänemark.

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Hintergrund des jahrelangen Sorgerechtskonflikts

Christina Block, Tochter des Gründers der bekannten Steakhaus-Kette "Block House", Eugen Block, führt seit Jahren einen juristischen Kampf um das Sorgerecht für ihre Kinder. Stephan Hensel, der Ex-Mann der Unternehmerin, tritt im aktuellen Prozess als Nebenkläger auf. Die Anklage wirft Block vor, die gewaltsame Rückholung ihrer Kinder initiiert zu haben, was die Unternehmerin jedoch entschieden bestreitet. Der Prozess vor dem Landgericht Hamburg wirft ein Schlaglicht auf die komplexen familiären und rechtlichen Verstrickungen in diesem hoch emotionalen Fall.

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