In Sandersleben sorgt ein Vortrag über die grausamen NS-Verbrechen des SS-Arztes Kurt Heißmeyer für Bewegung. Die Historikerin Iris Groschek beleuchtete in der Espenhahn-Stiftung die Biografie des Mediziners, der im Konzentrationslager Neuengamme unmenschliche Experimente an Häftlingen und Kindern durchführte. Viele der Opfer überlebten die Qualen nicht.
Warum der Vortrag in Sandersleben stattfand
Die Verbindung nach Sandersleben ergibt sich durch die Familie Heißmeyer. Kati Klossek, geborene Heißmeyer, war anwesend, um das Andenken ihres Großvaters Dr. Gert Heißmeyer zu schützen. Sie betonte, dass nicht er, sondern sein Bruder Kurt die Verbrechen begangen habe. Der Vortrag zeigte jedoch, wie die Taten eines Familienmitglieds bis heute nachwirken.
Die Menschenversuche von Kurt Heißmeyer
Kurt Heißmeyer war als SS-Arzt für grausame Tuberkulose-Experimente an KZ-Häftlingen verantwortlich. Er infizierte Menschen absichtlich mit der Krankheit, um Impfstoffe zu testen. Besonders erschütternd: Auch Kinder wurden seinen Versuchen ausgesetzt. Nach dem Krieg wurde er verurteilt und hingerichtet.
Die Historikerin Iris Groschek erläuterte in ihrem Vortrag die Details dieser Verbrechen und wie sie in der Region Sandersleben rezipiert werden. Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse, da viele Bürger die Verbindung zu ihrem Ort verstehen wollten.
Für die Familie Heißmeyer bleibt die Aufarbeitung schwierig. Kati Klossek versucht, das Erbe ihres Großvaters zu bewahren, während die Historikerin die historische Wahrheit ans Licht bringt. Die Diskussion zeigte, dass die NS-Vergangenheit auch in kleinen Städten wie Sandersleben noch lange nicht aufgearbeitet ist.



