Prozessauftakt im Mordfall Fabian (8) in Rostock
Vor dem Landgericht Rostock hat am Dienstagvormittag der Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft einer früheren Freundin des Vaters, der getrennt von Fabian und seiner Mutter lebt, Mord vor. Die 30-jährige Angeklagte soll den Jungen am 10. Oktober 2025 unter einem Vorwand abgeholt und ihn „heimtückisch und aus niederen Beweggründen“ getötet haben.
Angeklagte schweigt – Indizienprozess erwartet
Die Frau hat zu den Vorwürfen seit ihrer Verhaftung Ende 2025 geschwiegen und will sich auch in diesem Prozess nicht dazu äußern, wie ihr Anwalt Andreas Ohm dem Nordkurier sagte. Damit könnte das Strafverfahren zu einem aufwendigen Indizienprozess werden, da bisher auch keine Tatwaffe gefunden worden sein soll. Die Mutter von Fabian tritt in dem Prozess als Nebenklägerin auf und wird ebenfalls von einer Anwältin vertreten.
Hintergründe der Tat
Die zum Teil verbrannte Leiche des Jungen, der mit mehreren Messerstichen umgebracht worden sein soll, war vier Tage nach seinem Verschwinden an einem einsamen Wasserloch auf einem Feld nahe Klein Upahl gefunden worden. In dieser Gegend wohnt sowohl die Angeklagte als auch der Vater von Fabian in einem anderen Ort. Der Fall hatte seit Oktober 2025 die Öffentlichkeit bewegt.
Prozessdetails
Für den Prozess vor der Schwurgerichtskammer sind insgesamt 17 Verhandlungstage geplant, wozu etwa 60 Zeugen geladen sind. Die Polizei überwacht mit mehreren Beamten und Streifenwagen das Umfeld des Landgerichts in Rostock. Der Prozess wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern.



