Prozessauftakt am Landgericht Erfurt
Wegen versuchten Mordes an seiner früheren Partnerin muss sich seit heute ein 33-jähriger Mann vor dem Landgericht Erfurt verantworten. Der Angeklagte, der die afghanische Staatsbürgerschaft besitzt, äußerte sich zu Prozessbeginn zunächst nicht zu den Vorwürfen. Seine Verteidigerin erklärte jedoch, dass ihr Mandant sich im Laufe des Verfahrens möglicherweise noch einlassen werde. Die als Zeugin geladene Ex-Freundin des Mannes gab hingegen ausführlich Auskunft über das Geschehen.
Maskierter Angriff im Morgengrauen
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, seiner früheren Partnerin im Juli des vergangenen Jahres frühmorgens maskiert aufgelauert zu haben, mit der Absicht, sie zu töten. Zunächst habe er der Frau mit dem Griff eines mitgeführten Küchenmessers ins Gesicht geschlagen, woraufhin sie zu Boden gegangen sei. Anschließend soll der Mann mehrfach auf sie eingestochen haben. Die Klinge des Messers war laut Anklage 15,5 Zentimeter lang. In der Annahme, die stark blutende Frau werde an ihren Verletzungen sterben, flüchtete der Täter vom Tatort.
Opfer schildert Todesangst
Die 24-jährige Frau, die aus der Ukraine stammt, sagte im Zeugenstand, sie habe Angst gehabt, sterben zu müssen. Zwei Passanten hätten ihr geholfen und die Rettungskräfte alarmiert. Auf die Frage nach möglichen Motiven des Angeklagten antwortete sie, sie könne keine Gründe nennen. Sie leide unter Panikattacken und habe häufig Angst. Die Zeugin sprach gebrochenes, aber verständliches Deutsch; zeitweise unterstützte sie eine Dolmetscherin.
Der Prozess wird fortgesetzt, weitere Verhandlungstermine sind bis in den Juni geplant.



