NS-Opfer-Briefe aus Stadelheim nach 80 Jahren zugestellt
NS-Opfer-Briefe: Nach 80 Jahren zugestellt

Mehr als 80 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur sind erschütternde Abschiedsbriefe eines hingerichteten jungen Polen an seine Familie übergeben worden. Mieczyslaw Kopyto war 1943 im Alter von nur 18 Jahren in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim bei München hingerichtet worden. Seine Briefe aus der Todeszelle, in denen er seine Familie tröstete und bat, nicht um ihn zu weinen, waren von den Nazis nie abgeschickt worden.

Schicksal eines jungen Polen

Mieczyslaw Kopyto wurde denunziert und zu Unrecht verurteilt. Er gehörte zu mindestens 1188 Menschen, die während der NS-Zeit in Stadelheim hingerichtet wurden. Seine bewegenden Zeilen, die er kurz vor seinem Tod verfasste, blieben über Jahrzehnte in den Archiven der Justizbehörden verschollen. Erst jetzt, nach aufwendigen Recherchen, konnten die Briefe den Nachfahren übergeben werden.

Inhalt der Briefe

In den Briefen schrieb Kopyto unter anderem: „Weint nicht um mich. Ich sterbe für mein Vaterland. Seid stark und vergesst mich nicht.“ Die handschriftlichen Zeilen zeugen von großem Mut und tiefer Trauer. Sie sind ein eindringliches Mahnmal gegen Unrecht und Gewalt.

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Die Übergabe der Briefe fand im Rahmen einer Gedenkveranstaltung statt. Angehörige zeigten sich tief bewegt und dankbar, endlich ein letztes Lebenszeichen ihres Verwandten in Händen zu halten. Die Briefe sollen nun in einem Museum ausgestellt werden, um an das Schicksal der NS-Opfer zu erinnern.

Historischer Hintergrund

Die JVA Stadelheim war während der NS-Zeit einer der zentralen Hinrichtungsorte in Süddeutschland. Viele Opfer des NS-Regimes, darunter Widerstandskämpfer, Zwangsarbeiter und politische Gefangene, wurden hier ermordet. Die systematische Vernichtung von Briefen und persönlichen Gegenständen war Teil der NS-Strategie, die Erinnerung an die Opfer zu tilgen. Dass nun doch noch einige dieser Dokumente auftauchen, ist ein seltenes und wertvolles Zeugnis der Geschichte.

Die Zustellung der Briefe nach über 80 Jahren ist auch ein Erfolg der beharrlichen Arbeit von Historikern und Archivaren, die sich für die Aufarbeitung der NS-Verbrechen einsetzen. Sie hoffen, dass weitere verschollene Dokumente ans Licht kommen und den Angehörigen die Möglichkeit geben, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen.

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