Verteidiger schildert immense Belastung für Sohn der Kronprinzessin
Der Prozess gegen Marius Borg Høiby, den ältesten Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, hat nach Aussage seines Verteidigers eine enorme psychische Belastung für den Angeklagten dargestellt. Anwalt Petar Sekulic äußerte sich am letzten Verhandlungstag im Gericht von Oslo und beschrieb die vergangenen Wochen als äußerst schwierig für seinen Mandanten.
Medienrummel und familiäre Verbindungen als zusätzliche Faktoren
Laut Sekulic, der gegenüber der Zeitung Verdens Gang zitierte, habe die Zugehörigkeit zur Königsfamilie die Situation für Høiby nicht erleichtert. „Weil er seine Familie so sehr liebt und es ihn wirklich quält, was sie in dieser Angelegenheit durchmachen musste“, sei der Druck besonders hoch gewesen. Der Verteidiger verwies auf den extremen Medienrummel, der den Prozess begleitete, sowie auf die Veröffentlichung intimer Details, die zusätzlich zur Belastung beitrugen.
Haftforderung und umfangreiche Anklagepunkte
Die Staatsanwaltschaft hatte am Vortag des Plädoyers der Verteidigung eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten für den 29-jährigen Norweger gefordert. Høiby steht in insgesamt 40 Punkten unter Anklage, darunter vier Fälle von Vergewaltigung nach norwegischem Recht. Der Prozess, der sich über mehrere Wochen erstreckte, zog aufgrund der prominenten familiären Verbindungen des Angeklagten großes öffentliches und mediales Interesse auf sich.
Die Verteidigung nutzte den letzten Verhandlungstag, um die persönlichen Auswirkungen des Verfahrens auf Høiby zu betonen. Sekulic hob hervor, dass die Kombination aus intensiver Medienberichterstattung, der öffentlichen Diskussion privater Details und der Sorge um die Königsfamilie eine außergewöhnlich schwere Bürde für seinen Mandanten darstellte. Die abschließenden Plädoyers markierten das Ende einer gerichtlichen Auseinandersetzung, die nicht nur juristisch, sondern auch emotional hoch aufgeladen war.



