Prozessauftakt gegen mutmaßlichen IS-Unterstützer in Berlin
Knapp sechs Monate nach der Festnahme eines 22-jährigen Syrers, der einen Anschlag geplant haben soll, beginnt am Montag um 9.30 Uhr der Prozess vor dem Berliner Landgericht. Die Anklagebehörde wirft dem Mann die Vorbereitung einer staatsgefährdenden Gewalttat, Terrorismusfinanzierung sowie das Verbreiten von Propagandamitteln terroristischer Vereinigungen vor.
Radikal-islamistischer Hintergrund und konkrete Tatpläne
Laut Staatsanwaltschaft soll der Syrer spätestens seit März 2025 aus radikal-islamistischer Gesinnung heraus beschlossen haben, einen terroristischen Anschlag zu verüben. Zielgruppe waren demnach vor allem in Berlin lebende Juden sowie Personen, die er als „Ungläubige“ betrachtete. Der Plan sah vor, zunächst mit einem Messer möglichst viele jüdische Menschen und Nichtmuslime zu töten und anschließend einen Selbstmordanschlag mit einem Sprengstoffgürtel zu begehen.
Sichergestellte Beweismittel und Propaganda-Aktivitäten
Bei Durchsuchungen seiner Wohnung in Berlin-Neukölln stellten die Ermittler diverses Material sicher, das auf die Vorbereitung der Tat hindeutet. Der Beschuldigte hatte im Internet mehrere Gegenstände erworben, die mutmaßlich zum Bau einer Sprengvorrichtung geeignet sind. Darüber hinaus veröffentlichte er in sozialen Medien Videos, die mit sogenannten Naschids – Lieder und Hymnen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) – unterlegt waren. Die Staatsanwaltschaft sieht darin den Versuch, für die Terrororganisation zu werben und Gleichgesinnte zu radikalisieren.
Prozessverlauf und mögliches Strafmaß
Das Landgericht Berlin hat bislang fünf Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern. Im Falle einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine langjährige Haftstrafe. Die Verhandlung findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.



