Kartellchefin Abigail Slater tritt nach Konflikten mit Justizministerin Bondi zurück
US-Kartellchefin Slater tritt nach Konflikten zurück

US-Kartellchefin Abigail Slater verkündet überraschenden Rückzug nach nur einem Jahr

Die Leiterin der Kartellabteilung im US-Justizministerium, Abigail Slater, hat nach nur gut einem Jahr im Amt ihren Rückzug angekündigt. Die 54-jährige Juristin schrieb am Donnerstag im Onlinedienst X, sie verlasse ihren Posten „mit großer Traurigkeit und beständiger Hoffnung“. Ihr vorzeitiger Abgang erfolgt vor dem Hintergrund interner Konflikte mit Justizministerin Pam Bondi.

Interne Konflikte mit Justizministerin Bondi als Auslöser

Medienberichten zufolge war Slater mit Justizministerin Pam Bondi aneinandergeraten. Die Konflikte entzündeten sich offenbar an mehreren Punkten:

  • Eine kostspielige Dienstreise nach Paris, die Slater ohne Genehmigung unternommen haben soll
  • Daraufhin sperrte Bondi ihr den Zugang zu Regierungskreditkarten
  • Mögliche Einflussnahme von Lobbyisten auf Wettbewerbsfälle
  • Spekulationen über Einflussnahme aus dem Weißen Haus bei Fusionen

Wichtige Fälle unter Slaters Führung

US-Präsident Donald Trump hatte Slater Ende 2024 als Wettbewerbswächterin nominiert. In ihrer kurzen Amtszeit war die Juristin federführend für bedeutende Rechtsstreitigkeiten verantwortlich:

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  1. Die Verfahren der US-Regierung gegen die Tech-Riesen Google und Apple
  2. Der bevorstehende Fall gegen den Eventveranstalter Live Nation im März

Das US-Justizministerium will zusammen mit 40 Bundesstaaten gegen Live Nation vorgehen, dem illegale Monopolbildung vorgeworfen wird. Das Unternehmen soll Veranstaltungsorte mit Exklusivverträgen daran gehindert haben, konkurrierende Ticket-Dienste zu nutzen.

Umgehung der Kartellchefin durch Lobbyisten

Das Nachrichtenportal „Semafor“ berichtete vergangene Woche, Führungskräfte und Lobbyisten von Live Nation hätten über den Fall direkt mit hochrangigen Mitarbeitern des Justizministeriums verhandelt und Slater damit faktisch umgangen. Diese Praxis wirft Fragen zur Unabhängigkeit der Kartellbehörde auf.

Spekulationen über politische Einflussnahme

Weitere Konflikte entstanden offenbar durch mögliche Einflussnahme aus dem Weißen Haus. Medienberichten zufolge wurde eine Fusion von Immobilienmaklern trotz Slaters Bedenken genehmigt. Dies erzeugte Spekulationen, ob das Weiße Haus unter Immobilienmogul Trump solche Genehmigungen als Gefälligkeit oder gegen Geld erteile.

Slaters beruflicher Hintergrund

Vor ihrer Arbeit im Justizministerium war Abigail Slater während der Präsidentschaftskampagne 2024 als Politikberaterin für den heutigen Vizepräsidenten JD Vance tätig. Zudem beriet sie Trumps Übergangsteam in kartellrechtlichen Fragen. Ihr plötzlicher Rückzug wirft nun Fragen zur Kontinuität in wichtigen Wettbewerbsverfahren auf und hinterlässt eine Lücke in der Führung der Kartellabteilung.

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