AfD in München im Aufwind: Fünf Sitze im Stadtrat nach Kommunalwahl möglich
Die Alternative für Deutschland (AfD) sieht sich nach der Kommunalwahl in München in einer deutlichen Aufwärtsspirale. Mit einem vorläufigen Ergebnis von 6,9 Prozent könnte die Partei künftig fünf Sitze im Münchner Stadtrat bekommen und damit erstmals den Fraktionsstatus erreichen. Der OB-Kandidat der AfD, Markus Walbrunn, sprach am Wahlabend von einer bemerkenswerten "Leistung" seiner Partei.
Walbrunn zeigt sich zufrieden mit Ergebnissen
Markus Walbrunn, der als OB-Kandidat der AfD antrat, erzielte bei den Münchnern 4,4 Prozent der Stimmen und landete damit auf Platz vier vor den anderen kleineren Konkurrenten. Gegenüber der AZ zeigte er sich mit diesem Ergebnis sowie dem vorläufigen Resultat der Stadtratswahl ausgesprochen zufrieden. "München ist in Bayern das schwierigste Pflaster, und sich dort fast zu verdoppeln, ist auf jeden Fall eine Leistung", so Walbrunn in einer ersten Reaktion.
Historischer Sprung: Von drei auf fünf Sitze
Bei der Kommunalwahl im Jahr 2020 hatte die AfD noch 3,9 Prozent erzielt, was bereits eine Steigerung gegenüber den 2014 erreichten Werten darstellte. In den vergangenen sechs Jahren verfügte die Partei damit über drei Sitze im Stadtrat, was jedoch nicht für die Bildung einer Fraktion ausreichte – hierfür sind mindestens vier Sitze erforderlich. Mit den nun voraussichtlich fünf Sitzen hat die Rechtsaußen-Partei diese Hürde klar genommen und würde damit deutlich mehr Handlungsspielraum in der städtischen Politik erhalten.
Kernforderungen der AfD im Wahlkampf
In ihren Kernforderungen für die Kommunalwahl 2026 setzte die AfD wenig überraschend auf Themen, die ihre bekannten Positionen widerspiegeln. In zehn von elf Punkten ging es um Anti-Asyl- und Anti-Islam-Politik. Der elfte Punkt lautete "Wahrung und Förderung unserer christlich-deutschen Kultur", was ebenfalls zum Profil der Partei passt. Diese Schwerpunkte prägten maßgeblich den Wahlkampf in der bayerischen Landeshauptstadt.
Walbrunn bleibt voraussichtlich außerhalb des Rathauses
Markus Walbrunn selbst wird trotz seines Kandidaturenfolgs wahrscheinlich nicht ins Münchner Rathaus einziehen. Er steht auf Listenplatz 43, was nach seinen Angaben Absicht war. Walbrunn, der seit 2023 Mitglied des Bayerischen Landtags ist, erklärte, er wolle seinen Parteikollegen, die mehr Zeit für das Amt aufbringen können, den Vortritt lassen. Damit bleibt sein Fokus vorerst auf der Landespolitik in Bayern.



