Musterfeuerwehrhaus-Programm: Grevens Feuerwehr bleibt auf der Warteliste
Während in Schwerin der Start des Musterfeuerwehrhaus-Programms offiziell gefeiert wird, herrscht in vielen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns große Enttäuschung. Von den fast 1000 Feuerwehren im Land sind nur 58 Gerätehäuser in dem Programm enthalten, was zwangsläufig zu Ernüchterung bei nicht berücksichtigten Gemeinden führt. Eine dieser Gemeinden ist Greven im Amt Boizenburg-Land, die nun leer ausgeht.
Feuerwehr in Lüttenmark braucht dringend neue Unterkunft
In der Gemeinde Greven war schon lange klar, dass die Feuerwehr im Ortsteil Lüttenmark eine zeitgemäße Heimat benötigt. Die aktuelle Situation ist prekär: Ein Fahrzeug der Feuerwehr findet keinen Platz mehr in einer Garage und muss permanent bei Wind und Wetter draußen stehen. Eine Begutachtung des bisherigen Baus durch die Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK) hat zudem zahlreiche Mängel aufgezeigt, die dringend behoben werden müssen.
Das Musterfeuerwehrhaus-Projekt basiert auf einem bereits erarbeiteten und mit der Hanseatischen Feuerwehr-Unfallkasse abgestimmten Raumkonzept. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, betont Fredo Kreft, Bürgermeister der Gemeinde Greven. Die Gemeinde hatte sich entsprechend vorbereitet und große Hoffnungen in das Programm gesetzt.
Bürgermeister spricht von Schlag in den Nacken
Umso härter traf die Nachricht, dass Greven nicht zu den 58 ausgewählten Gemeinden gehört. Das ist ein Schlag in den Nacken, erklärt Fredo Kreft ehrlich. Noch sei unklar, wie die Gemeinde mit dieser Ablehnung umgehen wolle, da die angestrebte Modernisierung der Feuerwehr nun erneut hintangestellt werden müsse.
Dennoch will man in Greven den Kampf um ein neues Feuerwehrhaus nicht aufgeben. Ein kleiner Hoffnungsschimmer besteht darin, dass mit insgesamt 73 Bewerbungen auf die 58 verfügbaren Bauten mehr Bedarf angemeldet wurde, als abgedeckt werden konnte. Nicht berücksichtigte Gemeinden bleiben auf einer Warteliste und können nachrücken, falls geplante Vorhaben zunächst ausgewählter Gemeinden nicht umgesetzt werden können.
Alternative Wege und Zukunftspläne
Gemeinden haben zudem die Möglichkeit, unabhängig vom offiziellen Landesprogramm mit dem Planer eigene Verträge abzuschließen und das Musterfeuerwehrhaus auf eigene Initiative zu realisieren. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig unterstreicht: Dass wir so viele Gemeinden mit dem Musterfeuerwehr-Programm berücksichtigen können, ist ein großer Erfolg. Gleichzeitig wissen wir, dass der Bedarf weiterhin hoch ist – deshalb sind die nächsten Schritte bereits in Planung.
Für die Feuerwehr in Greven bedeutet dies jedoch zunächst weiteres Warten. Die Kameraden müssen vorerst mit den beengten Verhältnissen und den Mängeln des alten Gebäudes leben, während das Fahrzeug weiterhin ungeschützt den Elementen ausgesetzt bleibt. Die Gemeinde will jedoch weiter für ihre Feuerwehr kämpfen und alle Möglichkeiten ausschöpfen, um eine moderne Unterkunft zu realisieren.



