Grüner Oberbürgermeister in München? Ein pragmatisches Bündnis als mögliche Lösung
Nach dem politischen Beben der Oberbürgermeisterwahl in München rückt ein grüner Rathauschef plötzlich in greifbare Nähe. Das einmalige tektonische Ereignis am vergangenen Sonntag hat deutlich gemacht: Eine politische Krise oder ein Skandal ist das Eine, der Umgang damit das Andere – und meist der sehr viel entscheidendere Aspekt. Was hieße ein grüner OB für die Stadt, und könnte ein pragmatisches grün-schwarzes Bündnis nach baden-württembergischem Vorbild zur überraschend vernünftigen Lösung werden?
Die Stichwahl und ihre Dynamiken
In etwa zwei Wochen steht die Münchner OB-Stichwahl an, bei der Kandidat Dominik Krause von den Grünen gute Chancen hat. Die Grünen werden ihr volles, auch ihr allerletztes Potenzial in München mobilisieren können. Die SPD wird maximal ihr von Amtsinhaber Reiter nicht enttäuschtes Rest-Potenzial ausschöpfen. Für CSU-Wähler, die vor der Wahl zwischen Pest und Cholera stehen, wird die Entscheidung schwierig: Viele könnten der Stichwahl fernbleiben, außer jenen, die Angst vor dem grünen Mann haben und dann doch Reiter als das kleinere Übel wählen.
Baden-Württemberg als Blaupause für München
Wäre es tatsächlich so arg schlimm, gefährlich oder untragbar, einen grünen OB in München zu haben? Ein Blick ins Ländle zeigt, wie es auch gehen kann. Politiker wie Özdemir und vor ihm Kretschmann haben vorgemacht, wie man die Menschen mitnimmt und wie erstaunlich harmonisch-erquickend grün-schwarz sein kann. Sollte bei beiden Seiten die Erkenntnis reifen, dass eine pragmatische Kommunalpolitik ohne ideologische Scheuklappen sehr viel bessere Ergebnisse zeitigt, wäre viel möglich. Nicht jedes Auto ist böse und nicht jeder Radweg des Teufels – so in der Art.
Mehrheiten und Möglichkeiten im Stadtrat
Grün-Schwarz hat im Münchner Stadtrat, inklusive grün-naher Partner, eine satte Mehrheit. Damit eröffnen sich alle Möglichkeiten, ohne auf bisweilen dilettantisch-sektiererische Splittergruppen angewiesen zu sein. Vielleicht heißt des Rätsels Lösung ja einfach bloß mehr Ländle, Pardon – mehr Städtle wagen. Eine solche Koalition könnte stabile und zukunftsorientierte Politik für München garantieren.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob München den Weg eines pragmatischen grün-schwarzen Bündnisses einschlägt und damit eine neue Ära der Kommunalpolitik einläutet. Die Chancen stehen gut, dass aus der politischen Krise eine innovative und tragfähige Lösung erwächst.



