Kanu-Stars scheitern bei Bürgermeisterwahlen: Olympiasiegerin und Weltmeister chancenlos
Im Raum Augsburg sind zwei ehemalige Kanu-Spitzensportler mit ihren Ambitionen auf Chefsessel in den Rathäusern deutlich gescheitert. Die Olympiasiegerin Elisabeth Micheler-Jones und der Weltmeister Hannes Aigner konnten bei den Bürgermeisterwahlen nur geringe Stimmenanteile erzielen und landeten weit abgeschlagen.
Elisabeth Micheler-Jones in Friedberg ohne Chance
In der Augsburger Nachbarstadt Friedberg spielte Elisabeth Micheler-Jones, die 1992 in Barcelona Olympiasiegerin im Kajak Einer wurde, als Bürgermeisterkandidatin der Liste "Parteifreie Bürger" keine Rolle bei der Wahl. Sie landete im Feld von sechs Kandidaten mit lediglich 4,4 Prozent auf dem letzten Platz, wie die Friedberger Stadtverwaltung meldete.
In zwei Wochen muss Amtsinhaber Roland Eichmann von der SPD, der 48,0 Prozent der Stimmen holte, in die Stichwahl gegen die gemeinsame Kandidatin von CSU und FDP, Cornelia Böhm, antreten. Böhm erreichte im ersten Wahlgang 25,9 Prozent der Stimmen.
Hannes Aigner in Augsburg auf Platz fünf
In Augsburg kam Hannes Aigner, Weltmeister von 2018 und zweifacher Olympia-Bronzegewinner, im Feld der zehn Bewerber nur auf den fünften Platz. Die Freien Wähler hatten mit dem gebürtigen Augsburger Aigner, der erst 2025 seine sportliche Karriere beendet hatte, ihr Ergebnis bei der Oberbürgermeisterwahl deutlich erhöhen wollen.
Der Kanu-Weltmeister konnte zwar das Resultat im Vergleich zu dem FW-Kandidaten von der Wahl 2020 deutlich verbessern, hatte mit 6,6 Prozent aber im ersten Wahlgang keine Chance auf den Einzug in die Stichwahl. Wie die Stadt mitteilte, werden nun Amtsinhaberin Eva Weber von der CSU und der SPD-Kandidat Florian Freund in der Oberbürgermeister-Stichwahl gegeneinander antreten.
Augsburg als Kanu-Leistungszentrum
Augsburg ist seit mehr als einem halben Jahrhundert ein bedeutendes Leistungszentrum im Kanusport. Im Jahr 1972 wurden die olympischen Wettbewerbe dort ausgetragen, was die langjährige Tradition des Sports in der Region unterstreicht. Trotz dieser sportlichen Verbindung konnten die prominenten Kanu-Stars bei den politischen Wahlen nicht überzeugen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Erfahrung in der Kommunalpolitik und etablierte Parteistrukturen offenbar wichtiger waren als der Ruhm aus dem Spitzensport. Die Wähler entschieden sich klar für Kandidaten mit politischem Hintergrund und ließen die sportlichen Erfolge der Kanu-Profis außer Acht.



