Weisen baut Kita-Spielplatz trotz ausstehender Fördergelder vorzeitig
Kita-Spielplatz in Weisen wird vorzeitig gebaut

Weisen setzt auf Eigeninitiative: Kita-Spielplatz entsteht trotz Förderunsicherheit

Auf dem Gelände der Kindertagesstätte „Haus der lieben Zwerge“ in Weisen herrscht in diesen Tagen reges Treiben. Obwohl die beantragten Fördermittel noch nicht bewilligt wurden, schreiten die Bauarbeiten für den neuen Spielplatz zügig voran. Mitarbeiter der Firma Spielplatz 1,2,3.de errichteten bereits mehrere moderne Spielgeräte, nachdem die Perleberger Tiefbau GmbH den Untergrund vorbereitet hatte.

Veraltete Ausstattung macht Erneuerung dringend notwendig

„Wir sind überglücklich, dass es endlich losgeht“, erklärt Kita-Leiterin Carolin Lange mit sichtlicher Erleichterung. Die bisherigen Spielgeräte waren stark in die Jahre gekommen und boten den Kindern kaum noch attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten. Der neue Spielplatz umfasst nun ein anspruchsvolles Klettergerät für ältere Kinder, ein innovatives Erdtrampolin, eine klassische Wippe, eine Schaukel und einen großzügigen Sandkasten.

Besonderes Augenmerk legten die Planer auf die Materialauswahl: Alle Klettergerüste wurden aus robustem Rubinienholz gefertigt, das nicht nur äußerst langlebig ist, sondern auch einen natürlichen Charakter bewahrt. „Wir wollten eine möglichst naturbelassene Umgebung schaffen“, betont Lange die pädagogischen Überlegungen hinter dieser Entscheidung.

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Förderverfahren gestaltet sich langwierig und kompliziert

Für das ambitionierte Vorhaben investiert die Gemeinde Weisen rund 70.000 Euro, wobei ein Großteil durch Fördermittel abgedeckt werden sollte. Bereits im Frühjahr 2025 stellte das Amt Bad Wilsnack/Weisen einen entsprechenden Antrag beim Landesamt für Ländliche Entwicklung und Flurneuordnung in Neuruppin. Die Lokale Aktionsgruppe Storchenland Prignitz hatte zuvor im November 2024 grünes Licht für eine Förderung durch EU-LEADER-Mittel gegeben.

Doch das Verfahren zog sich unerwartet in die Länge. Nach einer Eingangsbestätigung im April 2025 informierte das Landesamt, dass zunächst dringendere ältere Fördervorhaben bearbeitet werden müssten. Im Oktober 2025 sah sich die Gemeindevertretung schließlich gezwungen, einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn zu beschließen, da die Preisbindung mit der Baufirma auszulaufen drohte.

„Wir mussten handeln, um die vertraglich vereinbarten Konditionen nicht zu gefährden“, erläutert Amtsdirektor Torsten Jacob die damalige Entscheidung. Noch überraschender kam dann die Aufforderung Ende Januar 2026, den Förderantrag komplett neu einzureichen, da das Landesamt eine aktualisierte Kostenkalkulation benötigte.

Engagierte Unterstützung aus der Bevölkerung und lokaler Wirtschaft

Während die behördlichen Prozesse schleppend verlaufen, zeigt sich die Weisener Bevölkerung umso tatkräftiger. Durch zahlreiche Spenden von Privatpersonen und örtlichen Unternehmen konnten bereits rund 4.000 Euro für ein spezielles Spielgerät für Kleinkinder bis drei Jahre gesammelt werden. „Die Solidarität ist überwältigend“, freut sich Kita-Leiterin Lange, auch wenn noch etwa 1.270 Euro fehlen.

Lokale Handwerksbetriebe leisten ebenfalls wertvolle Beiträge: Die Zimmerei Mathias Muhs GmbH und die Inno Fenster Prignitz GmbH errichteten einen neuen Geräteschuppen, während Mathias Muhs zusätzlich eine individuell gestaltete Matschküche nach den Wünschen der Kita baute. Diese soll bereits am kommenden Sonnabend bei einem gemeinsamen Arbeitseinsatz mit Vätern der Kitakinder aufgestellt werden.

Die Bauarbeiter vor Ort genießen die positive Atmosphäre sichtlich. „Hier macht die Arbeit richtig Spaß“, berichtet Danny Gebhardt von Spielplatz 1,2,3.de. „Die Kinder durften sogar mal auf dem Bagger sitzen, und die Kita-Leitung hat uns mit einem Frühstück verwöhnt.“ Trotz der unsicheren Förderlage bleibt die Stimmung optimistisch, denn wie Amtsdirektor Jacob versichert: „Die Mittel sind im Landesbudget eingeplant, es dauert nur etwas länger.“

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