Lübz im Jahr 2025: Ein Wechselspiel aus Fortschritt und Hindernissen
Bürgermeisterin Astrid Becker blickt mit gemischten Gefühlen auf das vergangene Jahr in Lübz zurück. Während zahlreiche Projekte erfolgreich vorankamen, stellen andere Bereiche die Stadt vor anhaltende Herausforderungen. Das Jahr 2025 war geprägt von Bewegung – sowohl im positiven als auch im nachdenklichen Sinne.
Kulturelle Höhepunkte und infrastrukturelle Meilensteine
Ein zentraler Erfolg des vergangenen Jahres war die kulturelle Zusammenarbeit in der Region. Besonders hervorzuheben ist der sogenannte „Kulturtauschzug“, der bei den Bürgern auf große Begeisterung stieß. „Das Fahren mit der Bahn und die kulturellen Highlights im Zug und auf den Bahnhöfen waren ein Erlebnis für alle“, berichtet Bürgermeisterin Becker begeistert. Diese Initiative zeigte eindrucksvoll, wie die Kooperation mit den Nachbarämtern Goldberg-Mildenitz und Plau am See kreative Projekte ermöglichen kann.
Ein weiterer Meilenstein war die Sanierung des Planetariums, dessen Eröffnung im neuen Gewand für April geplant ist. Zudem spielte Lübz eine zentrale Rolle bei der Zertifizierung des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide zum Sternenpark. „Das wird einen guten Schub bei der Bekanntheit und der Attraktivität der Region geben“, ist die Bürgermeisterin überzeugt.
Herausforderungen: Leerstand und Bauverzögerungen
Im Infrastrukturbereich gibt es ebenfalls Fortschritte zu vermelden. Die Reaktivierung der Südbahn rückt näher, und in der digitalen Verwaltung sowie bei der kommunalen Wärmeplanung wurden wichtige Schritte nach vorn gemacht. Doch nicht alle Projekte verliefen reibungslos.
Der Stillstand bei den Leerständen in der Innenstadt gibt weiterhin Anlass zur Sorge. Im Jahr 2025 verschlechterte sich der Zustand einiger Häuser so drastisch, dass Straßen gesperrt werden mussten – besonders betroffen ist die Parchimer Straße. „Das ist sehr ärgerlich und kostet Arbeitskraft, die ich lieber in einen Aufbau oder eine Entwicklung stecken würde“, macht die Bürgermeisterin deutlich.
Auch bei größeren Bauvorhaben wünscht sie sich mehr Tempo. Projekte wie die Sanierung der Mehrzweckhalle oder die Planung einer neuen Kita verzögern sich. „Viele Verfahren dauern aus meiner Sicht zu lange, weil vieles mehrfach geprüft wird und mehrere Behörden eingebunden sind“, gibt sie zu Bedenken. Darüber hinaus belasten gesetzliche Änderungen die praktische Umsetzung von Vorhaben.
Ausblick auf 2026: Projekte und begrenzte Ressourcen
Für das kommende Jahr stehen wichtige Projekte an, die die Entwicklung der Stadt prägen sollen:
- Sanierung der Mehrzweckhalle
- Erweiterung des Gewerbegebiets entlang der Brauerei
- Konkretisierung der Planung für die Kita am Neuen Teich
- Ersatzbeschaffung eines Fahrzeugs für die Feuerwehr
Allerdings gibt die Bürgermeisterin auch zu bedenken, dass enge finanzielle Spielräume die Planungen erschweren könnten. „Der städtische Haushalt ist sehr eng geworden und erlaubt keine großen Sprünge. Daher wird das kluge Abwägen wichtig sein“, mahnt sie. Dennoch bleibt sie optimistisch: „Ich hoffe, dass wir über alle Fraktionen hinweg zu guten Lösungen für die Lübzerinnen und Lübzer kommen werden.“
Fokus auf den ländlichen Raum und gegen Leerstand
Besonders am Herzen liegt der Bürgermeisterin der Einsatz für den ländlichen Raum und gegen den Leerstand in der Innenstadt. „Ich erlebe immer wieder viele gute Ideen, was man mit dem Leerstand in den Innenstädten machen kann. Das ist überall ein großes Thema“, betont sie. Mit Unterstützung von Akteuren wie Landrat Stefan Sternberg und Landwirtschaftsminister Till Backhaus sollen konkrete Ansätze entwickelt werden.
Das Jahr 2025 mag mit gemischten Gefühlen enden, doch die Leidenschaft der Bürgermeisterin für ihre Stadt und ihre Bürger ist ungebrochen. Mit Energiewende, Kulturprojekten und Bauvorhaben bleibt Lübz eine Stadt im Wandel – und die Entwicklungen dürften auch 2026 für reichlich Gesprächsstoff sorgen.



