Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter entschuldigt sich für N-Wort-Verwendung im Stadtrat
Münchens OB Reiter entschuldigt sich für N-Wort im Stadtrat

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter entschuldigt sich für N-Wort-Verwendung im Stadtrat

In der Münchner Stadtratssitzung am Mittwoch, dem 4. März 2026, hat Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) das rassistische N-Wort verwendet und sich anschließend in einem schriftlichen Statement umfassend entschuldigt. Der Vorfall ereignete sich während der Vollversammlung, als Reiter beim Blättern in Unterlagen sagte: "So, wo samma, sagen die ...", wie in der Aufzeichnung der Sitzung deutlich zu hören ist. Das N-Wort wird heute als Umschreibung für eine historisch gebräuchliche, jedoch zutiefst verletzende Bezeichnung für Schwarze Menschen verwendet.

Reiters Entschuldigung und Verweis auf Zitat

In seiner schriftlichen Entschuldigung erklärte Reiter, dass die Äußerung ein spontanes Zitat aus einem Stück des niederbayerischen Musikers und Kabarettisten Fredl Fesl (1947-2024) gewesen sei. "Es lag mir in keiner Weise daran, Menschen zu verletzen oder abzuwerten", betonte der Oberbürgermeister. "Wenn sich durch meine Worte jemand verletzt oder herabgesetzt gefühlt hat, bedaure ich das ausdrücklich und bitte dafür um Entschuldigung." Reiter verwies zudem auf den Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2022, der das N-Wort als rassistisch ächtet und dessen Verwendung ablehnt. "Dieser Haltung schließe ich mich selbstverständlich an. Gerade als Oberbürgermeister habe ich eine besondere Verantwortung für einen respektvollen, sensiblen und diskriminierungsfreien Umgang miteinander", fügte er hinzu.

Forderungen migrantischer Organisationen nach Stellungnahme

Mehrere migrantische Organisationen, darunter der Münchner Migrationsbeirat, das Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern, das Netzwerk Morgen e.V. und das Kompetenzteam Vielheit München, haben in einem gemeinsamen Brief eine offizielle Stellungnahme von Reiter zu dem Vorfall gefordert. Der Brief, der der AZ vorliegt, weist auf den Stadtratsbeschluss hin, der die Nutzung des N-Worts "explizit als rassistisch anzuerkennen" und als Störung des ordnungsgemäßen Sitzungsablaufs gemäß der Geschäftsordnung zu betrachten. Die Organisationen äußerten "große Bestürzung" über die Verwendung des Begriffs im Livestream der Vollversammlung.

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Historischer Kontext und politische Implikationen

Der Vorfall fällt in eine sensible Phase kurz vor der anstehenden Kommunalwahl in München, was die politische Brisanz unterstreicht. Der Stadtratsbeschluss von 2022 zur Ächtung des N-Worts war ein bedeutender Schritt im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung in der bayerischen Landeshauptstadt. Die Reaktionen zeigen, wie wichtig eine klare Haltung und Sensibilität in der politischen Kommunikation ist, insbesondere in einer diversen Stadtgesellschaft wie München. Die Entschuldigung von Reiter wird nun von den betroffenen Gruppen und der Öffentlichkeit auf ihre Angemessenheit und Konsequenzen hin bewertet.

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