Musterfeuerwehrhäuser in Pritzier und Nostorf: Förderzusage trotz Kritik am System
Musterfeuerwehrhäuser: Förderzusage für Pritzier und Nostorf

Musterfeuerwehrhäuser für Pritzier und Nostorf: Förderzusage trotz kontroverser Debatte

In den Gemeinden Pritzier und Nostorf haben die Freiwilligen Ortsfeuerwehren eine bedeutende Förderzusage für den Bau von Musterfeuerwehrhäusern erhalten. Dieses umfangreiche 50-Millionen-Euro-Projekt der Landesregierung zielt darauf ab, vor allem kleinere Kommunen dabei zu unterstützen, ihren Brandschützern ein neues und regelkonformes Gerätehaus zu überschaubaren Kosten zu errichten. Die Förderwürdigkeit jeder einzelnen Kommune wird dabei durch ein spezielles Punktesystem ermittelt, das jedoch in der Vergangenheit vielfach kritisiert wurde.

Das Punktesystem: Transparente Kriterien mit klaren Gewichtungen

Das ausgeklügelte Punktesystem bewertet verschiedene Faktoren, um über die Förderfähigkeit zu entscheiden. Beispielsweise bringt eine existierende Jugendfeuerwehr zwei Punkte ein, während der Bedarf an zwei Stellplätzen gemäß dem Brandschutzbedarfsplan mit drei Punkten honoriert wird. Der Zustand des vorhandenen Altgebäudes wird auf einer Skala von null bis vier Punkten bewertet, wobei ein nachgewiesener Totalschaden die volle Punktzahl erhält. Ein weiteres entscheidendes Kriterium ist ein besonderes öffentliches oder landespolitisches Interesse, das bis zu fünf Punkte einbringen kann.

Zusätzlich fließt der sogenannte Rubikon-Wert der Kommune in die Bewertung ein. Dieser Wert gibt die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde an und begünstigt damit finanziell schwächer aufgestellte Kommunen. Ein roter Rubikon, der eine geringe Leistungsfähigkeit signalisiert, bringt vier Punkte, während ein grüner Rubikon, der für finanzielle Stärke steht, mit null Punkten bewertet wird.

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Positive Reaktionen trotz systemischer Herausforderungen

Für die Freiwillige Feuerwehr Pritzier stellt die Förderzusage einen äußerst positiven Schritt dar, der den dringend benötigten Neubau des Gerätehauses ermöglicht. Auch in Nostorf herrscht große Freude über die Zusage, obwohl das zugrunde liegende System kontrovers diskutiert wird. Pritzier und Nostorf konnten in diesem komplexen Bewertungssystem überzeugen und durften sich daher über einen Besuch von Landwirtschaftsminister Till Backhaus freuen.

Allerdings bedeutet diese Zusage noch nicht, dass der Bau unmittelbar beginnen kann. Zunächst muss die Gemeinde einen verbindlichen Vertrag mit dem sogenannten Totalunternehmer abschließen, der für die Errichtung des Gerätehauses verantwortlich ist. Darüber hinaus muss die Gemeinde die Finanzierung ihres Eigenanteils sicherstellen, da die Förderung des Landes maximal 75 Prozent der Gesamtkosten abdeckt.

Finanzielle Hürden und nicht geförderte Kosten

Ein kritischer Punkt sind die Kosten für Außenanlagen, Auffahrten, Parkplätze und ähnliche Infrastrukturmaßnahmen, da die Förderzusage sich ausschließlich auf das Gerätehaus selbst bezieht. Diese zusätzlichen Ausgaben müssen von den Gemeinden eigenständig getragen werden, was die finanzielle Belastung erhöht. Insgesamt gehören Pritzier und Nostorf zu den 58 ausgewählten Gemeinden, die einen Vertrag für ein Musterhaus abschließen können, während sich ursprünglich 73 Gemeinden beworben hatten.

Enttäuschung in Greven und alternative Wege

In der Gemeinde Greven, die wie Nostorf zum Amt Boizenburg-Land gehört, hat man vergeblich auf das Musterfeuerwehrhaus-Programm gesetzt. Im Ortsteil Lüttenmark stehen die Fahrzeuge sogar teilweise im Freien, da das vorhandene Gerätehaus nicht genügend Platz bietet. Dennoch bleiben die Gemeinden, die bisher keinen Zuschlag erhalten haben, auf einer Warteliste.

Zusätzlich können diese Kommunen einen eigenen Musterhausvertrag mit dem zuständigen Planer abschließen, wie es im Musterfeuerwehrhaus-Programm des Landes vorgesehen ist. Auf diese Weise sparen sie zumindest die Planungskosten, erhalten jedoch keine zusätzliche finanzielle Unterstützung aus dem Mustergerätehausprogramm. Diese Alternative bietet zwar eine gewisse Entlastung, kann aber die grundlegenden finanziellen Herausforderungen nicht vollständig lösen.

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