Anklamer Senioren diskutieren lebhaft mit Bürgermeisterkandidaten über Stadtentwicklung
Senioren diskutieren mit Bürgermeisterkandidaten in Anklam (18.03.2026)

Lebhafte Diskussion zwischen Senioren und Bürgermeisterkandidaten in Anklam

In der Hansestadt Anklam nähert sich der Bürgermeisterwahlkampf seinem Höhepunkt. Am 12. April 2026 können die Bürger zwischen Amtsinhaber Michael Galander von der IfA und Herausforderer Jörg Valentin von der AfD entscheiden. Eine besonders engagierte Bevölkerungsgruppe in dieser Wahl sind die Senioren, die nun bei einer Podiumsdiskussion des Seniorenbeirats die Gelegenheit nutzten, mit beiden Kandidaten ins Gespräch zu kommen.

Großes Interesse und volle Bänke in der Begegnungsstätte

Der Seniorenbeirat der Stadt Anklam lud zu einer besonderen Veranstaltung bei Kaffee und Kuchen ein. Das enorme Interesse an der kommenden Wahl zeigte sich deutlich in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität. Bis auf den letzten verfügbaren Stuhl war der Saal gefüllt, als sich etwa hundert Teilnehmer einfanden, um den Ausführungen der beiden Bürgermeisterbewerber zu folgen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Eva Dinse, der neuen Vorsitzenden des Seniorenbeirats.

Über zwei Stunden lang wurde intensiv diskutiert, Standpunkte ausgetauscht und die Unterschiede zwischen den Kandidaten herausgearbeitet. Während Amtsinhaber Michael Galander mehrfach Zuspruch und Lob für seine bisherige Arbeit erhielt, blieb auch konstruktive Kritik nicht aus.

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Konkrete Anliegen der Seniorenbevölkerung

Ein Teilnehmer namens Siegfried Dreblow äußerte sich zwar positiv zur allgemeinen Stadtentwicklung, brachte jedoch auch Bedenken vor. Seine Sorge: Bei der Verfolgung großer Pläne und Prestigeprojekte könnten kleinere, aber für das Wohlbefinden der Bürger ebenso wichtige Angelegenheiten ins Hintertreffen geraten. Konkret nannte er den schlechten Zustand vieler Anliegerstraßen, den er selbst am Stadtwald vor seiner Haustür beobachten kann, sowie den Mangel an öffentlichen Toiletten in der Stadt.

Herausforderer Jörg Valentin nutzte diese Anmerkung als Steilvorlage und versprach impulsiv, dass es derartige „Pottstellen“ in der Stadt unter seiner Führung nicht mehr geben werde. Bürgermeister Galander verwies hingegen auf die finanziellen Hindernisse, die den Ausbau kommunaler Straßen erschweren.

Unterschiedliche Perspektiven auf die Innenstadtbelebung

Deutlich unterschiedliche Positionen zeigten sich auch bei der Frage nach der Belebung der Anklamer Innenstadt. Laut Jörg Valentin präsentiere sich das Stadtzentrum aktuell als trauriges und lebloses Bild. Eine Ansicht, die Galander nicht stehen lassen wollte. Er verwies darauf, dass die Stadtmitte vor 15 Jahren noch deutlich trister gewesen sei und betonte, dass er sich gerade angesichts des gut besuchten Marktplatzes über den aktuellen Anblick aus dem Rathausfenster erfreue. Diese Feststellung fand im Publikum deutlichen Zuspruch.

Allerdings räumte auch der IfA-Kandidat ein klares Defizit ein: das Lilienthalcenter, das mit einer leeren Ladenfläche zur Marktplatzseite hin den Gesamteindruck schmälere. Ähnlich wie bei der besseren Auslastung des Lilienthalcenters wurden auch Fragen aufgeworfen, die vom Bürgermeister nur bedingt beeinflusst werden können, etwa die bessere Anbindung des Peendamms an den Straßenverkehr oder die Frage nach Luftschutzbunkern für den Ernstfall.

Bürgerbeteiligung als zentrales Thema

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war das Thema Bürgerbeteiligung. Jörg Valentin kündigte an, hier einen besonderen Fokus setzen zu wollen und die Kommunikation zwischen Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung zu verändern. Bürgermeister Michael Galander verwies hingegen auf bestehende Angebote, die von den Bürgern oft nur wenig genutzt würden. Gleichzeitig zeigte er sich offen für regelmäßigere Diskussionsrunden wie die mit dem Seniorenbeirat.

Positives Fazit der Veranstaltung

Nach der lebhaften Diskussion zog Moderatorin Eva Dinse ein durchweg positives Fazit. Die Senioren hätten engagiert mitdiskutiert und durch die unterschiedlichen Aussagen und Sichtweisen sicherlich ein umfassendes Bild von beiden Bürgermeisterkandidaten erhalten können. Die endgültige Wahlentscheidung liege nun bei jedem Einzelnen. Die volle Begegnungsstätte und die intensive zweistündige Diskussion zeigten deutlich, dass die Anklamer Senioren ihr Wahlrecht ernst nehmen und aktiv an der Gestaltung ihrer Stadt teilhaben wollen.

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