Stadt-App-Debatte in Teterow spitzt sich zu: Gerichtsprozess droht
In der Bergringstadt Teterow könnte ein lang schwelender Konflikt um die städtische Mitgliedschaft im sozialen Netzwerk Crossiety nun vor Gericht enden. Die Stadtvertretung befasst sich am Donnerstagabend in ihrer regulären Sitzung erneut mit diesem kontroversen Thema und wird voraussichtlich eine wegweisende Entscheidung treffen.
Haushaltsplanung und App-Streit dominieren Tagesordnung
Um 18 Uhr kommen die Stadtvertreter im historischen Rathaussaal zusammen, wo neben der Verabschiedung des Haushaltsplans für das Jahr 2026 auch die Zukunft der städtischen Crossiety-Mitgliedschaft diskutiert wird. Die Finanzplanung der Stadt für das laufende Jahr soll nicht nur vorgestellt, sondern auch final beschlossen werden, während parallel die hitzige Debatte um die umstrittene Stadt-App weiter brodelt.
Seit Monaten erhitzt dieses Thema die Gemüter im Stadtparlament und hat zu tiefen Gräben zwischen Bürgermeister und großen Teilen der Stadtvertretung geführt. Die zentrale Frage lautet: Wird sich die Stadtvertretung gemeinsam mit dem Bürgermeister demnächst vor Gericht wiederfinden?
Vorwürfe gegen Bürgermeister: Verstöße gegen Recht und Gesetz
Die Kritiker in der Stadtvertretung werfen dem Bürgermeister vor, sich beim Vertragsabschluss mit dem sozialen Netzwerk Crossiety in mehrfacher Hinsicht nicht an geltendes Recht und bestehende Gesetze gehalten zu haben. Diese Vorwürfe umfassen:
- Mögliche Verfahrensfehler bei der Vertragsunterzeichnung
- Fragwürdige finanzielle Verpflichtungen für die Stadt
- Unzureichende Transparenz und Beteiligung der Stadtvertretung
- Bedenken hinsichtlich Datenschutz und kommunaler Souveränität
Der Bürgermeister weist diese Vorwürfe entschieden zurück und betont die rechtmäßige Abwicklung des Vertragsabschlusses. Seine Position wird durch eine eigene rechtliche Prüfung gestützt, die er in Auftrag gegeben hat.
Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen
Die anstehende Entscheidung der Stadtvertretung könnte nicht nur über einen möglichen Gerichtsprozess entscheiden, sondern auch die digitale Kommunikationsstrategie der Stadt Teterow langfristig prägen. Sollte sich das Stadtparlament für eine gerichtliche Klärung entscheiden, würde dies einen der ungewöhnlichsten kommunalpolitischen Konflikte der jüngeren Stadtgeschichte eskalieren lassen.
Parallel dazu wird der Haushaltsplan 2026 verabschiedet, der die finanziellen Rahmenbedingungen für alle städtischen Projekte und Dienstleistungen festlegt. Die Kombination dieser beiden wichtigen Tagesordnungspunkte unterstreicht die politische Brisanz der anstehenden Sitzung im Teterower Rathaus.



