Ex-Bürgermeisterin Roswitha Reinhardt: Ein Trebitzer Urgestein blickt auf Dorfleben und Politik
Die ehemalige Bürgermeisterin von Trebitz, Roswitha Reinhardt, feierte kürzlich ihren 75. Geburtstag und blickt im Gespräch auf ihr Leben im ländlichen Raum zurück. Als langjähriges Gemeindemitglied und frühere Verwaltungschefin hat sie tiefe Einblicke in die Entwicklung der Dorfgemeinschaft und die Veränderungen der Kommunalpolitik.
Traditionen und Engagement im Dorfalltag
Roswitha Reinhardt beschreibt sich selbst als Trebitzer Urgestein und betont die Bedeutung lokaler Bräuche für das Gemeinschaftsleben. Besonders der Karneval spielt in ihrem Leben eine zentrale Rolle – nicht nur für das Dorf, sondern auch persönlich, da sie an einem Rosenmontag geboren wurde. „Vielleicht bin ich deshalb so geworden, wie ich bin“, erklärt sie mit einem Schmunzeln.
Ihr Engagement zeigt sich auch in der Küche: Für ihren Geburtstag backte sie bereits Bienenstich und Mohnkuchen, kurz nachdem sie für die Karnevalsfeierlichkeiten zahlreiche Pfannkuchen zubereitet hatte. Diese Aktivitäten verdeutlichen, wie Traditionen und alltägliches Engagement das soziale Gefüge in Trebitz prägen.
Veränderungen in der Kommunalpolitik
Die ehemalige Bürgermeisterin spricht offen über ihre Entscheidung, sich aus der aktiven Kommunalpolitik zurückzuziehen. Sie beobachtet, dass der politische Diskurs in den letzten Jahren rauer und konfrontativer geworden ist. Diese Entwicklung habe sie dazu bewogen, ihren Fokus auf andere Formen des Gemeinschaftsengagements zu verlegen.
Reinhardt betont jedoch, dass ihr Rückzug nicht mit einem Verlust des Interesses am Dorfgeschehen einhergeht. Vielmehr sucht sie nach neuen Wegen, um die Gemeinschaft zu unterstützen – abseits der formalen politischen Strukturen.
Perspektiven für das Landleben
Die Situation der Dorfgemeinschaft in Trebitz beschreibt Reinhardt als gemischt. Einerseits gebe es weiterhin starkes bürgerschaftliches Engagement und eine lebendige Pflege von Traditionen. Andererseits stellen demografische Veränderungen und die erwähnten politischen Spannungen Herausforderungen dar.
Ihre Erfahrungen als Bürgermeisterin und langjährige Bewohnerin bieten wertvolle Einblicke in die Dynamik ländlicher Gemeinden. Sie zeigt auf, wie wichtig Kontinuität und Anpassungsfähigkeit für das Überleben dörflicher Strukturen sind.
Roswitha Reinhardt bleibt trotz ihres Rückzugs aus der offiziellen Politik eine prägende Figur in Trebitz. Ihr Leben und Wirken spiegeln wider, wie persönliches Engagement und traditionelle Werte das Landleben auch in Zeiten des Wandels gestalten können.



