Mindestens 15 Tote vor Italiens Küsten entdeckt – Vermutlich Opfer von Winterstürmen
An den Küsten Italiens sind in den vergangenen Tagen mindestens 15 Leichen entdeckt worden. Die Toten wurden an Stränden auf Sizilien sowie in der süditalienischen Region Kalabrien gefunden. Nach Angaben von Behörden handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Migranten, die beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, ums Leben kamen.
Winterstürme als wahrscheinliche Ursache
Vermutlich gerieten die Menschen in den vergangenen Wochen auf hoher See in schwere Winterstürme, die ihre Boote zum Kentern brachten. Die Fahrt über das Mittelmeer nach Europa gilt selbst bei normalen Wetterbedingungen als äußerst gefährlich. Oft werden Migranten von Schleppern aus Ländern wie Libyen und Tunesien in kaum seetauglichen Schiffen auf den Weg geschickt.
In der Nähe des Badeorts Tropea am Festland wurde nach Angaben von Dienstag eine Leiche von Schülern entdeckt. Der unbekannte Mann trug eine orangefarbene Rettungsweste. Auch eine Frau wurde tot geborgen. Zudem wurden auf der kleinen italienischen Insel Pantelleria weitere Tote gefunden.
Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein
Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zu den Todesfällen aufgenommen. Hunderte Menschen gelten nach dem Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, als tot oder vermisst. Im Januar seien mehrere Boote bei schwerem Wetter verunglückt, teilte die Uno-Migrationsagentur Internationale Organisation für Migration (IOM) mit.
Auslöser der Stürme war demnach der Zyklon »Harry«. »Die endgültige Zahl der Opfer könnte deutlich höher liegen«, heißt es von der IOM. Das unterstreiche, dass das zentrale Mittelmeer weiterhin der weltweit tödlichste Migrationskorridor sei.
Zahl der Toten im Mittelmeer bleibt hoch
Im Jahr 2025 sind nach Angaben der UN-Migrationsagentur mindestens 1340 Migrantinnen und Migranten beim Versuch gestorben, Europa über das zentrale Mittelmeer zu erreichen. Jedes Jahr landen Zehntausende mit Booten an Italiens Küsten.
Die Rechts-Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte ihren Kurs in der Migrationspolitik in der vergangenen Woche nochmals verschärft. Ein neuer Gesetzentwurf sieht unter anderem Seeblockaden vor, um Boote mit Geflüchteten auf dem Mittelmeer aufzuhalten.
Die Tragödie vor Italiens Küsten zeigt erneut die Gefahren der Mittelmeerüberquerung und wirft Fragen nach wirksamen Maßnahmen zur Rettung von Menschenleben auf.



