Abschiebungen in Rostock: Überraschende Erfolgsquote trotz bundesweiter Probleme
Abschiebungen in Rostock: Überraschende Erfolgsquote

Abschiebungen in Rostock: Überraschende Bilanz trotz bundesweiter Herausforderungen

Die von der Bundespolitik angekündigte Rückführungsoffensive stößt deutschlandweit auf erhebliche Schwierigkeiten. Fast zwei Drittel aller Abschiebungsversuche scheiterten im vergangenen Jahr. In dieser Situation überraschen die Zahlen aus Rostock, der größten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns, durchaus positiv.

Rostocker Rückführungsstatistik im Detail

Die Stadtverwaltung unter Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger von Die Linke teilt mit, dass im Jahr 2025 insgesamt 68 Personen zur Rückführung anstanden. Von diesen konnten 38 Personen tatsächlich abgeschoben werden. Dies entspricht einer bemerkenswerten Erfolgsquote von 55,88 Prozent.

Im bundesweiten Vergleich stellt dieser Wert ein überdurchschnittliches Ergebnis dar. Deutschlandweit gelangen lediglich 40 Prozent aller Abschiebungsversuche. Allerdings müssen die absoluten Zahlen berücksichtigt werden: Bundesweit wurden 22.787 Abschiebungen vollzogen, während 32.855 Versuche bereits vor der Übergabe an die zuständigen Beamten an Flughäfen scheiterten.

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Entwicklung der Abschiebezahlen in Rostock

Die Statistik zeigt deutliche Schwankungen in der Rückführungspraxis der Hansestadt:

  • 2024: Von 50 geplanten Abschiebungen konnten 22 durchgeführt werden (40 Prozent Erfolgsquote)
  • 2025: Von 68 geplanten Abschiebungen konnten 38 durchgeführt werden (55,88 Prozent Erfolgsquote)
  • 2026 (bisher): Vier geplante Abschiebungen, davon bisher keine erfolgreich (0 Prozent Erfolgsquote)

Die Stadtverwaltung konnte keine Angaben dazu machen, wie viele Straftäter unter den abgeschobenen Personen waren. Darüber wird keine statistische Erhebung geführt, heißt es aus dem Rathaus.

Gründe für die Schwankungen bei Abschiebungen

Die Stadtverwaltung nennt mehrere Faktoren, die die Erfolgsquote von Abschiebungen beeinflussen:

  1. Art der Unterbringung der betroffenen Personen
  2. Bilaterale Abkommen mit den Herkunftsstaaten
  3. Erfolg bei der Identitätsklärung
  4. Mitwirkungsbereitschaft der betroffenen Person
  5. Personelle Kapazitäten beim Landesamt für innere Verwaltung

Diese Faktoren führen zu den beobachteten Schwankungen in der Rückführungspraxis und erklären teilweise die unterschiedlichen Erfolgsquoten.

Herkunftsländer und aktuelle Situation

Nach den Zahlen der Hansestadt wurden im vergangenen Jahr am häufigsten Personen aus folgenden Ländern zurückgeführt:

  • Afghanistan: 10 Personen
  • Georgien: 6 Personen
  • Serbien: 5 Personen

Zum Stichtag Ende Februar 2026 gab es in Rostock nach städtischen Angaben 728 Personen mit vollziehbarer Ausreisepflicht. Davon verfügten 640 Personen über eine Duldung, die ihre vorübergehende Aufenthaltsgestattung regelt.

Die Situation in Rostock zeigt, dass trotz der bundesweit schwierigen Rahmenbedingungen lokale Rückführungspraktiken durchaus unterschiedliche Ergebnisse erzielen können. Die Hansestadt verzeichnet im Vergleich zum Bundesdurchschnitt eine höhere Erfolgsquote bei Abschiebungen, auch wenn die absoluten Zahlen deutlich niedriger ausfallen als auf nationaler Ebene.

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