EU-Expertengruppe arbeitet an Social-Media-Mindestalter: Mögliches Verbot für Kinder unter 14 Jahren
EU-Expertengruppe arbeitet an Social-Media-Mindestalter

EU-Expertengruppe beginnt Arbeit an Social-Media-Mindestalter

Eine neu eingesetzte Expertengruppe der Europäischen Union hat ihre Arbeit aufgenommen, um über ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche zu beraten. Die Fachleute aus verschiedenen Disziplinen – darunter Kinderrechte, Gesundheit und Informationstechnologie – sollen spätestens im Sommer konkrete Vorschläge für Schutzmaßnahmen vorlegen.

Deutsche und französische Experten leiten die Gruppe

Die Gruppe wird gemeinsam von dem deutschen Forscher Jörg Fegert, ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Ulm, und der französischen Wissenschaftlerin Maria Melchior geleitet. Ihre Expertise soll dazu beitragen, einen ausgewogenen europäischen Ansatz zu entwickeln.

Von der Leyen eröffnet erste Sitzung

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eröffnete persönlich die erste Arbeitssitzung der Expertengruppe. Sie betonte die Notwendigkeit, junge Menschen im Internet besser zu schützen und zu stärken. „Aus diesem Grund habe ich dieses Gremium einberufen: um einen starken, realistischen europäischen Ansatz zu entwickeln, der die Sicherheit unserer Kinder im digitalen Zeitalter gewährleistet“, erklärte von der Leyen.

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Die deutsche Politikerin hatte die Debatte um die Einführung eines Mindestalters für soziale Medien bereits im September 2025 angestoßen und sich dafür ausgesprochen. Sie verglich die geplanten Maßnahmen damals mit bestehenden Altersbeschränkungen beim Konsum von Alkohol und Tabak.

Auswirkungen auf die deutsche Debatte

Die Empfehlungen der EU-Expertengruppe könnten entscheidenden Einfluss auf die deutsche Diskussion über ein Social-Media-Verbot für Kinder haben. Da die technische Durchsetzung digitaler Altersgrenzen ohne die Online-Plattformen kaum möglich ist, kommt der EU-Kommission hier eine zentrale Rolle zu.

Nationalstaaten wie Deutschland dürfen den großen Plattformen allein keine zusätzlichen Pflichten – etwa zur strengeren Alterskontrolle – auferlegen. Diese Kompetenz liegt ausschließlich bei der EU-Kommission, was die Bedeutung der aktuellen Beratungen unterstreicht.

Politische Vorstöße in Deutschland

In Deutschland hatten zuvor sowohl die SPD als auch die CDU Vorstöße unternommen, die ein Mindestalter von 14 Jahren für die Nutzung von Online-Plattformen wie TikTok und ähnlichen Diensten vorsahen. Diese nationalen Initiativen könnten durch die europäischen Empfehlungen nun eine neue Dynamik erhalten.

Die Expertengruppe wird in den kommenden Monaten intensiv daran arbeiten, praktikable Lösungen zu entwickeln, die den Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt gewährleisten, ohne deren Teilhabe an der digitalen Gesellschaft unnötig einzuschränken.

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