Gestapo-Greg beendet umstrittene Karriere: Trumps Grenzschutz-Rambo geht in Ruhestand
Washington – Nach rund 20 Dienstjahren und zahlreichen Kontroversen tritt der oberste US-Grenzschutzbeamte Gregory Bovino (55) in den vorgezogenen Ruhestand. Der als Symbolfigur der harten Migrations- und Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump (79) bekannte Kommandeur bestätigte sein Ausscheiden gegenüber der New York Times. Bovino galt als Hauptverantwortlicher für das aggressive Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis im Januar 2026.
Martialisches Auftreten und tödliche Schüsse
Der für sein düsteres und martialisches Auftreten berüchtigte Bovino erregte besonders nach den tödlichen Schüssen seiner Abschiebe-Truppe auf den 37-jährigen Krankenpfleger Alex Pretti in Minneapolis Aufsehen. In einem Interview behauptete Bovino damals, der Getötete habe „sich selbst in diese Situation gebracht“, während die eigentlichen „Opfer“ die Grenzschutzbeamten seien. Videoaufnahmen zeigten jedoch ein anderes Bild: Der bewaffnete Pretti wurde von den Einsatzkräften zunächst entwaffnet, bevor die tödlichen Schüsse fielen.
Kritiker warfen Bovino, der wegen seiner geringen Körpergröße auch als „Little Napoleon“ verspottet wird, sein martialisches Auftreten bei Abschieberazzien vor. Mehrfach trat er in Minneapolis in einem langen, dunkelgrünen Mantel mit breitem Revers und Goldknöpfen auf, der Oppositionspolitiker an Nazi-Uniformen erinnerte.
Gestapo-Greg und die politischen Reaktionen
„Greg Bovino ist buchstäblich so angezogen, als hätte er auf eBay SS-Kleidung gekauft“, erklärte der demokratische Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom (58). Er nannte den Grenzschutzbeamten „Gestapo-Greg“ – ein Spitzname, der in der Opposition schnell Verbreitung fand. Die Uniform-Vergleiche mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte sorgten für landesweite Empörung.
Als Chef eines mobilen Kommandos der Border Patrol war Bovino in mehreren Großstädten im Einsatz und erwarb sich den Ruf, rücksichtslos vorzugehen. Seine berüchtigte „turn and burn“-Taktik – das blitzschnelle, aggressive Vorgehen gegen mutmaßlich illegal eingewanderte Migranten – schockierte viele Amerikaner und polarisierte die öffentliche Meinung.
Interne Ermittlungen und politische Veränderungen
Zuletzt gab es laut New York Times interne Ermittlungen gegen Bovino, weil er sich über den jüdischen Glauben einer Staatsanwältin lustig gemacht haben soll. Der nach Minneapolis entsandte Grenzbeauftragte von US-Präsident Trump, Tom Homan (64), zog Greg Bovino und die meisten Einsatzkräfte von ICE und Border Patrol bereits ab.
Anfang März hatte Trump zudem Heimatschutzministerin Kristi Noem (54) entlassen, der sowohl die Border Patrol als auch die Einwanderungsbehörde ICE unterstanden. Diese personellen Veränderungen deuten auf eine Neuausrichtung der US-Grenzschutzpolitik hin, während Bovinos umstrittenes Erbe weiter für Diskussionen sorgen wird.



