Sudanesin in Potsdam: Vier Jahre Trennung von ihrem Sohn in der Heimat
In ihrer Heimat, dem Sudan, tobt die schlimmste humanitäre Krise der Welt, doch kaum jemand bekommt es mit. Chimaa Timan lebt seit vier Jahren in Potsdam, ihre Familie hat sie im Sudan zurückgelassen. Auch ihren kleinen Sohn. Von Konstanze Kobel-Höller.
Eine Tasche und ein schwerer Abschied
Chimaa Timan nahm nur eine Tasche mit, als sie vor vier Jahren aus dem Sudan flüchtete. Ihren kleinen Sohn ließ sie in der Heimat zurück. Diese Entscheidung lastet bis heute schwer auf ihr. Heute lebt sie ein neues Leben in Potsdam, wie auch rund 50 andere Menschen aus ihrer Heimat. Doch inneren Frieden findet sie hier nicht.
Die Sorge um das Kind ist allgegenwärtig. „Ich weiß nicht, wie es meinem Kind geht, ob es noch lebt“, sagt Chimaa Timan mit zitternder Stimme. Die Ungewissheit nagt an ihr, Tag für Tag. Der Sudan durchlebt eine der schlimmsten humanitären Krisen weltweit, mit Gewalt, Hunger und Vertreibung. Die Kommunikation mit der zurückgebliebenen Familie ist schwierig, oft unmöglich.
Ein neues Leben in Potsdam
In Potsdam hat Chimaa Timan versucht, Fuß zu fassen. Sie ist Teil einer kleinen sudanesischen Gemeinschaft von etwa 50 Menschen, die hier Zuflucht gefunden haben. Doch das neue Leben in Deutschland bringt nicht den erhofften inneren Frieden. Die Trennung von ihrer Familie, insbesondere von ihrem Sohn, überschattet alles.
Die humanitäre Lage im Sudan bleibt dramatisch. Internationale Hilfsorganisationen berichten von Millionen Vertriebenen und einer katastrophalen Versorgungslage. Chimaa Timans Geschichte steht beispielhaft für das Leid vieler Flüchtlinge, die Familien zurücklassen mussten.
Die Herausforderungen der Integration
Die Integration in Potsdam stellt Chimaa Timan vor weitere Herausforderungen. Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede und die ständige Sorge um die Heimat erschweren den Alltag. Dennoch engagiert sie sich in der sudanesischen Gemeinschaft, um anderen Flüchtlingen zu helfen.
Die Hoffnung auf eine Familienzusammenführung bleibt klein. Die bürokratischen Hürden sind hoch, und die unsichere Lage im Sudan macht Reisen oder Kontakte riskant. Chimaa Timan hält an der Hoffnung fest, doch die Ungewissheit bleibt ihr ständiger Begleiter.



