Symbolfigur von Trumps radikaler Abschiebepolitik: Grenzschutzkommandeur Bovino tritt vorzeitig ab
Greg Bovino, der als Grenzschutzkommandeur zu einer Symbolfigur der radikalen Migrations- und Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump avancierte, geht überraschend in den vorzeitigen Ruhestand. Seine Gegner verspotteten ihn wegen seines autoritären Auftretens häufig als »Little Napoleon«. Die »New York Times« und das rechte Portal »Breitbart« bestätigten den Rückzug direkt von Bovino selbst, während NBC News unter Berufung auf interne Quellen meldete, dass er bereits Ende März ausscheiden werde – ein Jahr vor dem regulären Pensionsalter von 57 Jahren für Beamte der Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP.
Rabiate Methoden und martialisches Auftreten
Bovino wurde insbesondere für sein martialisches Erscheinungsbild, militaristische Outfits und aggressive Posen bekannt. Als Protegé von Präsident Trump stand er stets im Zentrum der umstrittenen Razzien gegen Migranten ohne Aufenthaltsrecht. In seiner Rolle als »commander at large« eines mobilen Border-Patrol-Kommandos war er in mehreren US-Großstädten an vorderster Front im Einsatz und erwarb sich den Ruf, betont rücksichtslos vorzugehen. Selbst bei dokumentierten Gewaltexzessen verteidigte er seine hochgerüsteten Einheiten kompromisslos.
Berüchtigte »turn and burn«-Taktik und politische Rückendeckung
Mit seiner berüchtigten »turn and burn«-Taktik, die ein blitzschnelles und aggressives Vorgehen gegen mutmaßlich illegal eingewanderte Personen vorsah, schockierte Bovino viele Amerikaner. Kritiker verglichen die Auftritte seiner Behörde mit paramilitärischen Einheiten in autokratischen Systemen. Während dies bei Präsident Trump Anerkennung fand, zog er den Zorn von Demokraten und Menschenrechtsgruppen auf sich. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom höhnte etwa, Bovinos Garderobe sehe aus, als habe er gezielt nach SS-Kluft bei Ebay gesucht – eine Anschuldigung, die Bovino stets zurückwies.
Kontroverse Vorfälle und Versetzung
Erst nach zwei Vorfällen mit tödlichen Schüssen von Grenzschützern auf US-Bürger in Minneapolis wurde Bovino als Einsatzleiter abgezogen. Zuvor war er vor die Presse getreten und hatte ohne stichhaltige Belege behauptet, ein Niedergeschossener habe ein »Massager« unter Beamten anrichten wollen. Diese Darstellung widersprach eindeutig vorhandenen Videoaufnahmen. Das Innenministerium versetzte ihn daraufhin nach Kalifornien, um ihn aus der öffentlichen Schusslinie zu nehmen.
Bovinos vorzeitiger Ruhestand markiert das Ende einer äußerst kontroversen Ära im US-Grenzschutz, die von Polarisierung und harten Maßnahmen geprägt war. Seine Amtsführung bleibt ein umstrittenes Kapitel in der jüngeren amerikanischen Migrationspolitik.



