Eine Familiensaga zwischen Alpen und Pampa
In dieser Folge des Podcasts »Inside Austria« wird eine außergewöhnlich persönliche Geschichte erzählt: die des Urgroßvaters der Moderatorin. Ursprünglich stammte er aus Österreich, genauer gesagt aus der Gemeinde Kufstein in Tirol. Als junger Mann verließ er Ende der 1920er-Jahre gemeinsam mit seinen Eltern und Geschwistern das Leben in den Alpen.
Ein trügerischer Traum in Brasilien
Die Familie verkaufte ihr gesamtes Hab und Gut, um sich eine Farm in Brasilien zu kaufen – so glaubte sie zumindest. Nach einer wochenlangen Überfahrt mussten die Österreicher jedoch feststellen, dass die Farm nicht existierte. Sie waren Opfer eines Betrügers geworden. Diese Enttäuschung führte zum Zerbrechen der Familie.
Der damals 16-jährige Urgroßvater nahm sein Schicksal selbst in die Hand. Er reiste weiter nach Paraguay, fand dort Arbeit und lernte seine zukünftige Frau kennen – eine Indigene. Nach der Heirat zog das Paar ins Nachbarland Argentinien, das zu dieser Zeit zu den reichsten Ländern der Welt gehörte. In Buenos Aires bauten sie sich eine neue Existenz auf und bekamen eine Tochter, die Großmutter der Erzählerin.
Kulturelle Prägungen und verbotene Gefühle
Wie viele deutschsprachige Einwanderer jener Zeit pflegte der Urgroßvater in Argentinien vorwiegend Kontakte zu Deutschen und Österreichern. Seine Tochter besuchte eine deutsche Schule und war Mitglied im deutschen Ruderverein. Der Vater hatte zudem deutsch-nationales Gedankengut aus seiner Heimat mitgebracht, hielt die deutsche Kultur für überlegen und hegte antisemitische Ressentiments.
Umso weniger passte es ihm, als seine Tochter in Buenos Aires einen argentinischen Juden kennenlernte und sich in ihn verliebte. In der Hoffnung, ihr diese Schwärmerei auszutreiben, schickte er sie kurzerhand zurück in seine alte Heimat nach Kufstein. Dort sollte sie ihren Geliebten vergessen und im besten Fall einen netten Tiroler heiraten.
Ein Happy End zum Valentinstag
Der Plan ging jedoch nach hinten los. Der jüdische Mann – der Großvater der Erzählerin – reiste seiner Geliebten einfach hinterher. Am 14. Februar 1959, dem Valentinstag, heirateten die beiden in einer kleinen Kapelle in Kufstein. Wie der Urgroßvater auf das Happy End seiner Tochter reagierte, wird in der aktuellen Podcast-Folge enthüllt.
Zusätzlich kommt eine Historikerin zu Wort, die über die Massenauswanderung nach Südamerika im 20. Jahrhundert spricht. Diese persönliche Erzählung verbindet sich so mit größeren historischen Zusammenhängen und zeigt, wie Migration und Liebe Grenzen überwinden können.



