Vetternwirtschaft bei der AfD: Chrupalla beschäftigt Ehefrau eines Landtagsabgeordneten
AfD: Chrupalla beschäftigt Ehefrau eines Landtagsabgeordneten

Vetternwirtschaft bei der AfD: Chrupalla beschäftigt Ehefrau eines Landtagsabgeordneten

Der Filz-Skandal bei der AfD hat nun die Parteispitze erreicht. AfD-Chef Tino Chrupalla (50) räumt ein, dass er in seinen Bürgerbüros die Ehefrau des sächsischen AfD-Landtagsabgeordneten Roberto Kuhnert (63) beschäftigt. Chrupalla betont jedoch, dies sei nicht problematisch. Zuvor hatte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) über diese Verbindungen berichtet.

Chrupallas Erklärung und weitere Fälle

Im Internetdienst X erklärte Chrupalla, die Frau von Kuhnert koordiniere in seinem Wahlkreis „seit 2017 Bürgeranfragen und Besucherfahrten in den Deutschen Bundestag“. Er fügte hinzu: „Ihr Ehemann wurde erst 2019 in ein Landtagsmandat gewählt.“ In Sachsen-Anhalt waren zuletzt mehrere Fälle bekannt geworden, in denen Familienangehörige von AfD-Politikern bei anderen Bundestagsabgeordneten angestellt wurden. Der Vorwurf lautet Vetternwirtschaft.

Es handelt sich um familiäre Verflechtungen in Fraktionen und Abgeordnetenbüros, bei denen Angehörige über Kreuz angestellt worden sein sollen – finanziert aus öffentlichen Mitteln. Ein Beispiel ist Andreas Siegmund (66), Vater von AfD-Sachsen-Anhalt-Chef Ulrich Siegmund (35), der im Bundestagsbüro des AfD-Abgeordneten Thomas Korell (42) arbeitet. Siegmund soll dort fast 100.000 Euro im Jahr verdienen, bezahlt aus Steuergeldern.

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Weitere Beispiele und Reaktionen

Ein weiterer Fall betrifft Tobias Rausch (35), Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion. Drei seiner Geschwister arbeiten für die AfD-Bundestagsabgeordnete Claudia Weiss (51), sein Schwager für einen weiteren AfD-Abgeordneten. Rauschs Partnerin ist Referentin der AfD-Landtagsfraktion und begleitete ihn laut eigenen Social-Media-Posts auf dienstlichen Auslandsreisen. Auch die Tochter von Weiss ist Angestellte der AfD-Landtagsfraktion.

Zwar sind solche Anstellungen nicht verboten, doch Chrupalla selbst hatte in der Sendung „Miosga“ zugegeben: „Ein Geschmäckle hat’s.“ Nun muss er sich den Vorwürfen stellen. AfD-Fraktionsmanager Bernd Baumann (68) verteidigt die Über-Kreuz-Anstellungen und sagte gegenüber BILD: „Tatsache ist, dass es für die AfD nach wie vor nicht leicht ist, qualifizierte und vertrauenswürdige Mitarbeiter für ihre Fraktionen zu gewinnen.“ Als Grund nannte er die „jahrelange Stigmatisierung“ der Partei.

Die Diskussion um Vetternwirtschaft in der AfD zeigt, wie tief familiäre Verflechtungen in der Partei verankert sind. Während die Praxis legal ist, wirft sie Fragen nach Transparenz und dem ethischen Umgang mit öffentlichen Geldern auf. Die Öffentlichkeit und politische Beobachter verfolgen die Entwicklungen mit wachsender Aufmerksamkeit.

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